Drei Klassensätze für die Schulen

"Die gläserne Wand" wird übergeben


Superintendent Detlev Klahr (47, von rechts) übergibt Schulleiterin Karin Lütjen den Klassensatz. Rudolf Bembenneck (71), Pastor im Ruhestand, hat unermüdlich um Spenden geworben.

Ein literarischer Rückblick in die Kindheit und Jugend des Burgdorfer Juden Ernst Pinchas Blumenthal ist für die Schüler der Auestadt jetzt auch im Klassenverband möglich. Gestern wurde an das Gymnasium und die Realschule je ein Klassensatz des Buches „Die gläserne Wand" überreicht. In dem Roman beschreibt Blumenthal seine Erinnnerungen. Auch die Hauptschule wird noch Ausgaben bekommen, um sich mit diesem Stück Burgdorfer Geschichte zu beschäftigen.

„Die Bücher werden ganz schnell unter die Schüler verteilt", kündigte die Rektorin der Realschule, Karin Lütjen, bei der Übergabe an. Die Klasse 10 B der Schule will sich in Geschichte und Deutsch fächerübergreifend mit dem Roman auseinander setzen. Superintendent Detlev Klahr (47) überreichte den vom Kirchenkreis finanzierten Klassensatz. Die Bücher für die Hauptschule und das Gymnasium werden aus Spenden finanziert, für die Pastor Rudolf Bembenneck (71) von der Präsentation des Romans im August an unermüdlich geworben hatte. Bembenneck war es auch, der zuvor die Veröffentlichung auf den Weg gebracht hatte.

„Die gläserne Wand" liegt inzwischen in zweiter Auflage vor. Die erste war schon nach sechs Wochen vergriffen. Blumenthal hatte erst 30 Jahre nach seiner Emigration die Kindheits- und Jugenderinnerungen an Burgdorf aufgeschrieben. Dann bedurfte es noch 40 weiterer Jahre und vieler glücklicher Zufälle, bis das Manuskript im Jubiläumsjahr der Stadt erscheinen konnte.

aus:
Anzeiger für Burgdorf und Lehrte
Text und Bild: Stefan Heinze, Burgdorf
vom 15. Dezember 2004