Grußwort zu Weihnachten

Christbaumkugeln spiegeln den Glanz der Weihnacht


So mancher Karton wartet auf seinen großen Einsatz in der Weihnachtszeit. In ihm liegen sicher verpackt und gut verstaut die Sachen für den Weihnachtsbaum. So manche Christbaumkugel wird da ausgepackt und an den Baum gehängt.

Christbaumkugeln gibt es erst seit dem 19. Jahrhundert. Erfunden wurden sie wohl in der kleinen Stadt Lauscha in Thüringen. In Familienarbeit werden hier noch heute die zerbrechlichen Glaskugeln in vielen Formen hergestellt und in alle Welt verkauft.

Wie Äpfel hängen diese glänzenden, aber so leicht zerbrechlichen, Glaskugeln am Weihnachtsbaum. Zerbrechliches Glück aus geblasenem Glas! Transparent, farbig, glänzend im Widerschein des Lichts. Behütet Jahr um Jahr. Immer wieder hervorgeholt wie alte Bekannte: ach ja, die ist ja auch noch da! Zerbrechliches Glück aus Kindertagen. Wie Seifenblasen hängen sie schwebend im Grün, große und kleine. Christbaumkugeln sind zerbrechlich. Weihnachtsstimmung ist es auch. Zerbrechlich wie unsere Liebe, unsere Treue, unser Leben. So manches Glück ist im Leben zerbrochen, aus der Hand gefallen, wie eine Kugel beim Auspacken, tausend Stücke Glas, nicht mehr zu reparieren, nur noch Scherben. Und manches ist zum Leuchten gekommen und trägt Namen wie Liebe, Freude und Glück.

Manche kleine Kugel aus Glas war ein Geschenk. Und während das Kerzenlicht sich darin spiegelt, wird eine Erkenntnis wach: Das wirklich Wichtige im Leben ist geschenkt, wie das Leben selbst. Als Kinder haben wir das gewusst. Sollten wir es als Erwachsene nicht wenigstens noch ahnen, dass die eigentliche und erste Gabe von Weihnachten ein Geschenk ist, das wir nur entgegennehmen können wie ein Kind, strahlend, bestürzt und überwältigt von dem, was Gott uns schenkt.

Christbaumkugeln, rund um die Welt, eine Erdkugel in klein. Auf alten Gemälden tragen Fürsten den Reichsapfel in der Hand zum Zeichei ihrer Macht. Es gibt Krippendarstellungen, auf denen Christus schon als Kind in der Krippe eine solche Weltkugel in der Hand hält. Bei ihm ist die Welt in guten Händen. Bei ihm ist auch das bedrohte und zerbrechliche dieser Welt in guten Händen. Davon gibt es genug um uns herum und auch im eigenen Leben. Weihnachten feiern und singen wir "Christ der Retter ist da!"

Wie anders ist die Welt seit damals. Trotz aller Zerbrechlichkeit, trägt sie den Glanz der Ewigkeit. Das feiern wir Christen in jedem Jahr wieder, auch 2004, und lassen uns daran erinnern:

Seit damals,
hat die Nacht
einen Stern –
ein Licht.

Seit damals
ist ein Kind in der Krippe
als Retter in Sicht.

Seit damals
hat es Sinn
zu hoffen, zu warten,
zu beten.

Seit damals
gibt es einen Grund
zu glauben,
zu lieben,
zu leben

seit jener Nacht,
als die Hirten hörten:
“Fürchtet euch nicht!”

(Christof Warnke)

Die Christbaumkugeln werden den Glanz unserer Herzen widerspiegeln, wenn wir es auch für uns wahr sein lassen: Seit damals gibt es einen Grund zu glauben, zu lieben und zu leben.

Dr. Detlef Klahr
Superintendent