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... Für uns ist dieses Fest jedes Jahr etwas ganz Besonderes. Wir merken neu: Gott lässt uns nicht allein! Gott bleibt nicht fern, irgendwo weitab von unserer Welt, sondern kommt zu uns als Kind. Das hören wir auch heute in der Geschichte, die der Evangelist Lukas erzählt. |
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Gott kommt als Kind zur Welt – auf kaum eine andere Weise könnte wohl bewegender ausgedrückt werden, wie sehr Gott die Nähe zu den Menschen sucht. Ja, Gott macht sich selbst verletzbar, kommt nicht als großer Kriegsherr auf dem hohen Ross oder im Panzer daher, sondern als Kind, das Beziehung sucht, das Zuwendung will. Wenn wir ein Kind sehen, geht uns meist das Herz auf, wir wollen es schützen, in den Arm nehmen. Wir wissen, dass es Fürsorge anderer, ja Liebe braucht. Und viele von uns, die auch am Heiligen Abend mit ihrer verletzten Seele, müde manches Mal, vom Leben enttäuscht oder auch voller Hoffnung und Dankbarkeit in den Gottesdienst kommen, rührt an, wie Gott sich uns an Weihnachten anvertraut und wir uns gleichzeitig Gott anvertrauen können. Ein Kind, geboren in ärmlichen Verhältnissen. Jahre später ein Verurteilter, sterbend am Kreuz. Nicht gerade ein Siegertyp nach heutigen Maßstäben! Wenn wir allen Kitsch und Glamour von Weihnachten herabkratzen, sehen wir ganz elementar die Zuwendung Gottes zu den kleinen Menschen, zu dir und zu mir. |
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Diese „kleinen Leute“, insbesondere Kinder werden aber nicht immer wirklich ernst genommen. In aller Welt sind sie am verletzlichsten: auf der Flucht, in den Elendsvierteln, im Krieg, auch bei uns, wenn sie Gewalt ausgeliefert sind. Ja, wir sorgen uns jetzt, weil Nachwuchs fehlt in Deutschland. Aber sind uns Kinder wirklich wichtig so, wie sie sind? Oder wollen wir sie nur formen als zukünftige Erwachsene? |
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„Wenn dein Kind dich morgen fragt...“ lautet die Losung für den 30. Deutschen Evangelischen Kirchentag, der in unserer Landeskirche zu Gast sein wird. Vom 25. bis 29. Mai wollen wir in Hannover zusammenkommen und fragen, was dieser Vers für uns bedeutet. Wenn dein Kind dich morgen fragt: Woran hast du geglaubt? Was hat dir Kraft und Halt gegeben im Leben - haben wir dann Antworten? Wissen unsere Kinder, weiß die jüngere Generation, wo wir Orientierung finden? Ich denke, allzu oft reden wir nicht genügend über den Glauben, zweifeln selbst und finden keine Worte. Es tut aber gut, darüber zu sprechen, die Fragen miteinander zu beraten. Wir brauchen in unserem Leben Wurzeln. Und so antwortet im 5. Buch Mose auf den genannten Vers nicht ein Einzelner, nicht ein Vater oder eine Mutter, sondern die Gemeinschaft mit der Erzählung davon, wie Gott sie geleitet hat. Sie erzählen von ihren befreienden Erfahrungen mit Gott. Ich denke, wir haben im zu Ende gehenden Jahr gespürt, wie wichtig es ist, dass wir in unserem Land wissen, auf welchem Boden wir stehen, woher wir kommen und dass die christliche Tradition unserer Gesellschaft ein guter Ausgangspunkt für Gegenwartsbewältigung und Zukunftshoffnung ist. Deshalb ist es wichtig, dass wir uns erinnern und weitergeben, was uns prägt. |
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Wenn dein Kind dich morgen fragt – dann steht auch die Herausforderung im Raum, wie wir heute so leben, dass Generationen nach uns leben können. All die großen Fragen der Politik nach sozialen Sicherungssystemen, nach Nachhaltigkeit kommen in den Blick. Wir haben Verantwortung für Gottes Erde, wir leben nicht nur für uns und nicht nur für heute. Haushalterinnen und Haushalter Gottes sind wir. |
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Über diese Fragen, das Erzählen vom Glauben, das Erinnern und auch das Gestalten unserer Welt, werden wir beim Kirchentag miteinander sprechen. Und wir werden singen und beten und feiern. Sie sind herzlich eingeladen, ich würde mich freuen, wenn Sie dabei sind! |
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Und nun wünsche ich Ihnen, dass Sie das Kind in der Krippe auch als Geschenk für sich empfinden können. „Und schenkt uns seinen Sohn“ singen wir im Weihnachtslied. Und wir hören die alte Verheißung: „Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben“ aus dem Jesajabuch (9,5). Ja, dir und mir streckt Gott mit diesem Kind die Hand entgegen und sagt: Ich will bei dir sein. Ich werde dir Kraft geben, auf mich kannst du vertrauen in allen Ängsten deines Lebens. Und du darfst auch glücklich sein, loslassen, was bedrängt und dich freuen an diesem Gottesgeschenk. |
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In diesem Sinne wünsche ich Ihnen von Herzen gesegnete Weihnachten! |
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Ihre |
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Margot Käßmann |
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