Wahrendorffer Symposium Psychiatrie und Theologie

"Die Rede von der Seele – in Psychiatrie und Theologie und in der Alltagssprache"


Verabschiedung des ehemaligen Klinikseelsorgers
Pastor Ekkehard Rosenkranz (links) aus dem
Klinikum Wahrendorff beim 1. Symposium 2003.
Klinikleiter Dr. med. Wilkening (rechts) überreicht
ein Abschiedsgeschenk.

Psychiatrie, Psychotherapie und Theologie haben eine große Gemeinsamkeit:
sie handeln vom Menschen, genauer: sie bemühen sich um seine Seele.

Aber was so selbstverständlich klingt, ist jedoch keineswegs ohne weiteres konsensfähig. Denn fragt man danach, was denn die Seele sei, so kommen nicht nur Ärzte in Verlegenheit, sondern ebenso auch die Theologen!

"Ich habe sehr viele Leichen seziert, aber eine Seele habe ich nicht gefunden."

Diese Aussage des Geheimrates Rudolf Virchow (Ende 19. Jh.) kann als typisch genannt werden für einen nachaufklärerischen Rationalismus, der sich aller Disziplinen bemächtigt hatte und in dem kein Platz mehr war für so etwas Nichtobjektives und Ungreifbares wie "die Seele".
So wurde die wissenschaftliche Psychologie eine "Psychologie ohne Seele" (so F.A.Lange 1866), die sich auf die Beschreibung von Funktionen beschränkte. Und in der protestantischen Theologie beschäftigte man sich mit sehr vielen Themen, aber so gut wie gar nicht mit der Seele.

In der Alltagssprache spielt die Seele hingegen in vielen Begriffsbildungen nach wie vor eine sehr große Rolle. Auch wenn jemand die Existenz der Seele leugnet, so möchte doch keiner etwa als "seelenlos" bezeichnet werden!

In vier Beiträgen aus psychiatrischer und theologischer Sicht will das Symposium zum erneuten Nachdenken über das große Thema "Seele" anregen.

Wir würden uns sehr über Ihre Teilnahme freuen!

Dr. med. Matthias Wilkening
Leiter des Klinikums
Wahrendorff GmbH

Pastor
Manfred Schmidt-Kirchner
Klinikseelsorger


Mittwoch, 9. März 2005
14.00 - 18.30 Uhr


Programm

14.00 Uhr
Begrüßung
Dr. med. Matthias Wilkening

Thematische Eröffnung
P. Manfred Schmidt-Kirchner

14.20 Uhr
(Thema noch nicht benannt)
Dr. theol. Ingrid Spieckermann,
Landessuperintendentin für den Sprengel Hannover

15.00 Uhr
Seelen- und Krankheitsbegriffe im Schamanismus
Dr. med. Thorsten Passie,
Facharzt für Psychiatrie
Medizinische Hochschule Hannover

Kaffee-Pause

16.15 Uhr
"Harre, meine Seele …"
Mensch und Seele aus röm.-kath. Sichtweise Propst Klaus Funke,
Regionaldechant für Hannover

17.00 Uhr
Die Seele – Phantom oder wirksame Realität?
Manfred Johannwerner,
Facharzt für Psychiatrie
Oberarzt im Klinikum Wahrendorff

Unmittelbar im Anschluss an die jeweiligen Beiträge können nur kurze Statements gemacht werden, - die allgemeine Aussprache und Diskussion findet nach dem letzten Vortrag statt.
Die Veranstaltung endet um 18.30 Uhr.