Zum Sonntag

Kraftquellen


Martin Bergau ist Superintendent im Kirchenkreis Langenhagen/ Burgwedel

Kraftquellen

Gärten schaue ich mir gerne an. Früher hatten wir einen großen Garten. Oft habe ich darin gebuddelt oder Rasen gemäht. Als Kind mochte ich Gartenarbeit nicht besonders. Darauf habe ich es auch zurückgeführt, dass ich zuletzt einen eigenen Garten nicht vermisst habe.
Seit einigen Jahren ist das anders. Ich habe meine Zeitungslektüre um die Gartenseite erweitert und kann mich gut über richtige Rasenpflege unterhalten. Neulich sagte jemand:“ Ja, ja, Männer ab 50, die entdecken den Garten wieder!“ Naja, vielleicht. Außerdem sind meine 50 Plus Wirklichkeit, da führt kein Weg dran vorbei.

Mein Blick hat sich tatsächlich verändert. Ich finde das schön. In diesen Septembertagen leuchten wieder die Sonnenblumen, die ich so gerne mag. Ganze Felder sind in ein üppiges Gelb getaucht. Wenn ich sie anschaue, ahne ich, warum Jesus ihre Farben nicht einmal mit den prachtvollen Gewändern des Königs Salomo vergleichen mochte. Sie waren einfach schöner.
Apropos Sonnenblume. Sie können etwas ganz Besonderes: Sonnenblumen richten sich mit ihren schweren und großen Blüten immer nach der Sonne aus. So empfangen sie reichlich Wärme und Licht. Sie sind ein Bild für das Leben selbst. Sich immer dahin ausrichten, wo sich Gutes bildet, was einen nährt und aufatmen lässt – das wünsche ich mir für mein Leben. Im Getriebe des Alltags mit seinen Zwängen geht dies viel zu leicht unter. Das Tempo ist überall spürbar und die Ablenkung auch. Dabei tut es gut, seine Aufmerksamkeit auf die Kraftquellen zu richten, wie die Sonnenblume.

Deshalb ist für Christen auch das Gebet so wichtig. Es ist wie ein Hinwenden zu Gott, dem Schöpfer allen Lebens. Das verändert den Blick. Die Sonnenblume ist ein gutes Beispiel.