Zum Sonntag

Ströme lebendigen Wassers


Andreas Schmidt ist Pastor in der Kirchengemeinde Sehnde

Endlich Feierabend“, geht es ihm durch den Kopf. Wieder Überstunden gemacht. Na ja, egal, zuhause warten eh nur Fernseher und Computer. Die klagen nicht. Dafür gibt es mehr Geld und der Karriereweg ist gerade und eben.

Herr Z. kommt nach Hause. Auto in die Garage, Mantel an den Haken, Pizzadienst gerufen. Nun ist Zeit auszuspannen. Schnell noch ein Blick in die Post. Seine Stirn legt sich in Falten: „Ein Brief von der Kirche?“ Aufgemacht.

Gelesen. Ströme lebendigen Wassers. „Ach, die Sanitäranlagen im Gemeindehaus. Die sind auch uralt. Kein Wunder, dass die kaputt sind. Wo ist denn wohl der Zahlschein? Der Brief geht ja weiter.“ Herr Z. liest vom Sinnfinden in der Männerarbeit der Kirche. Von den Strömen lebendigen Wassers, das Jesus für jeden einzelnen ist, und das man für andere werden kann. Lebendiges Wasser: sprudelnd und umschließend. Wieder legen sich Falten auf seine Stirn. Er legt den Brief weg.

Später liest er ihn erneut. Er spürt den Gegensatz zu dem, wie er sich manchmal selbst erlebt: Abgespannt, ohne geborgen in der Gemeinschaft zu sein. Aber Gegensätze ziehen sich an, auch am Männersonntag, der in diesen Tagen zu diesem Bild aus Joh. 7,38 in vielen unserer Gemeinden begangen wird.