Fachfrau warnt Schüler vor der Schuldenfalle

Beratung im Unterricht dient der Prävention


Präventionsunterricht in der Schule: Turan Dasci (links) und Alexander Krebs informieren sich über Mobilfunk-Verträge.
Foto: Oswald-Kipper

Schulden als Unterrichtsthema: Welche Folgen ein überzogenes Konto oder ein Mobilfunk-Vertrag haben können, hat am vergangenen Freitag Elena Heddergott Schülern der zehnten Klasse der Realschule Lehrte-Süd verdeutlicht. Die Initiative für den Präventionsunterricht hatte der Kinderschutzbund gestartet.

Nach einem Film, der in das Thema einführte, diskutierte Sozialpädagogin Heddergott mit den Schülern. „Es ist schwierig, sein Geld zusammenzuhalten“, sagte Schüler Julian Bombiem. Vor allem das Handy, Computerzubehör und das Ausgehen mit Freunden gingen ins Geld. Es gebe sicher einige Schüler, die schon Schulden hätten, sagte er. „Aber die Leute sprechen nicht darüber.“

Umso wichtiger sei es, sehr früh über Methoden von Werbung und Kreditwesen aufzuklären, sagte Heddergott. Die Expertin vom Diakonieverband informierte auch über die Gefahr von Schulden beim Führerschein, der ersten eigenen Wohnung und dem Handy. „Mit 18 Jahren könnt ihr selbst Verträge abschließen und steht rechtlich dafür gerade“, warnte sie. Gerade volljährig gewordene Jugendliche würden oft von Freunden bedrängt, für diese Mobilfunk-Verträge abzuschließen. „Das kann böse Folgen haben.“
Die Sozialpädagogin riet den Schülern, ihre Taschengeldausgaben genau aufzulisten, um die Übersicht zu behalten. Man müsse lernen, mit einem gewissen Betrag auszukommen. „Deswegen ist es besser, ein regelmäßiges Taschengeld statt bei Bedarf mal was zugesteckt zu bekommen“, sagte Heddergott. In der Realschulklasse sind es gerade mal vier von 20 Schülern, die über einen solchen festen Betrag regelmäßig verfügen können.

Realschulleiterin Ilse Beuke will das Angebot der Diakonie auch 2007 wieder in den Unterricht integrieren: „Das ist vor allem für Schulabgänger eine gute und wichtige Sache, die man ihnen mit auf den Weg geben sollte.“ Die übrigen Lehrter Schulen haben die Präventionsexpertin in den nächsten Wochen zu Gast. Außerdem plant der Kinderschutzbund zum Thema Taschengeld für Anfang nächsten Jahres eine Infoveranstaltung.

Patricia Oswald-Kipper

Der Kommentar
Ein gutes Angebot

Von Patricia Oswald-Kipper:
Die Verlockung, auf Pump zu leben, ist groß: Kreditinstitute und Firmen werben mit immer aggressiveren Methoden um Kunden. Viele Menschen können dem nicht widerstehen. Das zeigt die steigende Zahl der Privatinsolvenzen. Umso wichtiger ist es, schon Jugendliche so früh wie möglich aufzuklären. Das Schulden-Präventionsprojekt setzt an der richtigen Stelle an. Ein tolles Angebot, das Schulen langfristig in ihren Unterricht integrieren sollten.

aus: Hannoversche Allgemeine Zeitung
Anzeiger für Lehrte und Burgdorf

Red. Patricia Oswald-Kipper