Kirchenkreis beschäftigt sich mit Milieus

Erster Workshop im Organisationsentwicklungsprozess


Das knapper werdende Geld zwingt auch den Kirchenkreis Burgdorf, sich über die Zukunft Gedanken zu machen. Eine größtenteils aus Ehrenamtlichen zusammengesetzte Fachgruppe hat sich am Wochenende im Matthäus-Gemeindezentrum zu einem ersten Workshop getroffen.

Den Seminar-Titel „Grenzen überschreiten“ nahmen die Organisatoren auch für sich sehr wörtlich. Mit Jens Watenphul hatte der Kirchenkreis einen ehemaligen Mitarbeiter der Umweltorganisation Greenpeace eingeladen. Dort war er für Kampagnen zuständig. Heute kümmert er sich als freier Berater um die Mitgliederwerbung der Kirche. Was für Greenpeace gilt, könnte auch der Kirche dazu verhelfen, neue Mitglieder zu gewinnen, war die These des Hamburgers.

Es gelte vor allem, die Werbung nach außen zu verstärken. „Viele Menschen kennen das Angebot der Kirche gar nicht“, sagte Watenphul. Dafür müsste sie allerdings auch ein Stück Zurückhaltung aufgeben. „Wenn Opel ein neues Modell anbietet, sagen die nicht, dass es relativ gut ist.“

Das eigene Profil zu stärken und gezielt auf bestimmte Gruppen zuzugehen, die bisher kaum in der Kirche mitarbeiteten, sei auch das Ziel im Kirchenkreis Burgdorf, sagte Fachgruppen-Koordinator Friedemann Pannen aus Uetze. Eine Umfrage habe ergeben, dass bei jungen alleinstehenden Männer die größte Bereitschaft da sei, etwa ein Gemeindefest zu organisieren. Offenbar müssten sie nur angesprochen werden. Eine kirchliche Grundversorgung in der Gemeinde sei zwar auch in Zukunft noch gewährleistet, sagte Pannen. „Aber wir müssen auch lernen, dass wir nicht mehr für alles zuständig sein können.“ Einzelne Gemeinden könnten sich beispielsweise spezialisieren, sagte Superintendent Detlef Klahr. „Wer einen Jugendgottesdienst besuchen will, findet den dann möglicherweise nur in Uetze.“ Das Bild des Kirchenkreises als eine große Gemeinde gefalle ihm da sehr gut.

aus: Hannoversche Allgemeine Zeitung
vom 6. November 2006

Red. Michael Schütz