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Friedrich Kanjahn ist Pastor in der Kirchengemeinde Dollbergen-Schwüblingsen |
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Eigentlich wollten Sie nicht weiter lesen? Das wäre nicht verwunderlich, denn im November ist ein Thema dran, dem viele Menschen ausweichen. Dabei mag das Ausweichen sogar plausibel klingen wie in diesem Gespräch am Sterbebett eines Angehörigen: „Nein, er stirbt bestimmt noch nicht. Wir wollen nicht über den Tod nachdenken, wir wollen leben!“ Wer will nicht leben? |
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Falls Sie doch bis hierher weiter gelesen haben: Wir wollen doch leben! Ich auch! Und doch: Unser Leben ist begrenzt, wir haben sozusagen eine begrenzte Haltbarkeit – allerdings weiß niemand, wann das eigene Haltbarkeitsdatum abgelaufen ist. Der Tod ist aus unserer Gesellschaft verbannt. Leistung zählt, Ziele setzen und erreichen – aber nicht Schwäche, Pflegebedürftigkeit und Sterben. Dabei gehört der Tod zum Leben. Darum ist es eigentlich lebensnotwendig, sich Gedanken über den eigenen Tod zu machen. Und nicht so zu tun, als fänden Sterben und Tod in einer anderen Welt statt. Vor einigen Wochen gab es in Dollbergen eine Veranstaltung über Bestattungsvorsorge. Dort wurde recht offen über Sterben und Bestattung gesprochen. Persönlich habe ich viel mit Sterben und Tod zu tun. Das gehört zum Beruf als Pastor. Als Notfallseelsorger erlebe ich noch viel mehr Gespräche, die das Sterben zum Thema haben, das Sterben von anderen Menschen, aber auch das eigene Sterben. |
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Das Sterben gehört zum Leben. Warum sollte das nicht möglich sein? Die christliche Botschaft lautet: Wir haben Hoffnung auf Auferstehung, auf ein Leben in Gottes neuer Welt. Darum können Menschen, die auf Gott vertrauen, dem Tod offen begegnen. |
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Zum Nachlesen |
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„Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, damit wir klug werden.“ Psalm 90, Vers 12 |
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