Paulus Gemeindezentrum - bedeutender Kirchbau der Nachkriegszeit

Paulus Kirchbau findet Erwähnung in kunsthistorischer Literatur


Im nächsten Jahr wird unser Kirchenzentrum 34 Jahre alt. Es steht ja etwas unscheinbar an der Ecke Berliner Ring und Immenser Straße, erst durch den Turm und das Turmkreuz von außen als "Kirche" erkennbar. Die Meinungen über dieses Haus sind noch immer geteilt, manche können sich damit gar nicht anfreunden, für viele andere ist dieses Haus aber auch zu einer Heimat, einer geistlichen Heimat wohlgemerkt, geworden.

Wie man das auch immer erlebt: Es ist ganz unbestritten, dass unser Haus zu einem der bedeutenden Kirchbauten der Nachkriegszeit gehört. Dieses ist uns wieder deutlich geworden, als die Kunsthistorikerin Kerstin Wittmann-Englert vor einigen Monaten Material über unser Haus gesucht hat. In diesen Tagen ist ihr Buch über Kirchbauten der Nachkriegsmoderne fertig geworden: "Zelt, Schiff und Wohnung", erschienen im Kunstverlag Josef Fink. Das Fotostudio Hilbig und Wolfgang Hornig haben zwei sehr gelungene Fotos zu diesem Buch beigesteuert.

Unser Haus ist der Versuch, das Wort Dietrich Bonhoeffers von der "Kirche für andere" baulich umzusetzen: Kirche findet nicht nur am Sonntagmorgen statt, sondern in allen Aktivitäten der christlichen Gemeinde. Die Urheber unseres Baus - ja nicht nur die Architekten, sondern das ganze Planungsteam der Gemeinde damals - haben viel Mut bewiesen, und manches ließ sich später sicher auch nicht einlösen. Aber eines bleibt: Unser Raum lässt "viel geistigen Freiraum", so hieß es einmal in einem Buch aus den 80er Jahren. Und diesen Freiraum gilt es zu nutzen - im geistlichen Sinn.

Anders gesagt: Auf die Menschen kommt es an. Auf alle, die sich für das Gemeinwesen in der Südstadt einsetzen. Gerade dadurch, dass zum Beispiel am Samstag die Burgdorfer Tafel zu Gast ist, wird unser Haus zur Kirche - auch wenn die Buntglasfenster fehlen.

Text: Pastor Matthias Paul


Wittmann-Englert, Kerstin
"Zelt, Schiff und Wohnung - Kirchenbauten der Nachkriegsmoderne"
1. Auflage 2006, Kunstverlag Josef Fink
Lindenberg im Allgäu
ISBN-10: 3-89870-263-4