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Martin G. Kunze und Hanna Legatis in der Sehnder Kreuzkirche
Foto: W. Hornig
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In Pommern begegnet der Theologe Dietrich Bonhoeffer Maria von Wedemeyer, Tochter von Ruth und Hans von Wedemeyer, Gutsbesitzer auf Pätzig in der Neumark. Maria ist 18 Jahre alt, als Bonhoeffer sie im Juni 1942 wiedersieht. Als sie sich am 17. Januar 1943 verloben, stimmen sie der Forderung der Mutter zu, dass bis zur Bekanntgabe der Hochzeit noch eine längere Zeit verstreichen soll; Marias Vater war wenige Monate zuvor an der Ostfront gefallen. |
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Die Verhaftung Bonhoeffers durchkreuzt alle Verabredungen. Was bleibt, sind Briefe und kurze Begegnungen, im Beisein der Aufseher. Maria von Wedemeyer stimmte vor ihrem Tod der Veröffentlichung dieser Briefe zu. Sie sind erschienen in dem Buch "Brautbriefe Zelle 92". |
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Die Journalistin Hanna Legatis und der Schauspieler Martin G. Kunze ließen diese Briefe während der Lesung in der Kreuzkirche lebendig werden. |
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"Wenn man völlig darauf verzichtet hat, aus sich selbst etwas zu machen – sei es einen Heiligen oder einen bekehrten Sünder oder einen Kirchenmann …, einen Gerechten oder einen Ungerechten, einen Kranken oder einen Gesunden - …, - dann wirft man sich Gott ganz in die Arme, …"
(Brief an seinen Freund Eberhard Bethge, Gefängnis Berlin-Tegel am 21.7.1944)
Foto: W. Hornig
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Die Sehnsucht nach einander, die Hoffnung auf ein Wiedersehen, die immer mehr in die Ferne rückt, der Versuch, inmitten aller Ausweglosigkeit sich zu necken und den Ton der Briefe nicht allzu schwer werden zu lassen – Legatis und Kunze bringen all das zum Klingen. |
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Die Briefe mussten das persönliche Kennenlernen ersetzen und so erlebten die Zuhörenden den privaten Bonhoeffer, hin und hergerissen zwischen der Sehnsucht nach der Verlobten und dem Wunsch, ihr nur nicht zuviel Kummer zuzumuten. In allem tief verwurzelt in dem Glauben an Gott, der Kraft, die Halt gibt in jenen haltlosen Zeiten. Die Zuhörenden lernten aber auch Maria von Wedemeyer kennen, eine junge lebensfrohe Frau, die fast trotzig in ihren Briefen die Zukunft mit ihrem Dietrich plant. |
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Es gelang Hanna Legatis und Martin G. Kunze, auf wunderbare Weise, die Zuhörenden mit in dieses Kennenlernen hineinzunehmen. Und so war die Trauer darüber, dass diese Liebe nicht gelebt werden durfte, vor allem am Ende der Lesung bei allen spürbar. |
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Musikalisch einfühlsam begleitet wurde der Abend vom einer Gruppe Musiker unter der Leitung von Michael Müller aus Ahlten. |
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Text: Pastorin Susanne Paul |
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"... Du sollst ja auch nur schnell wissen, dass Du mir recht, recht bald schreiben sollst, dass ich schreckliche Sehnsucht danach habe und dass ich jeden Tag wieder neu an ein Wunder glaube, das uns beide ganz plötzlich zusammenführt. So doll wie ich mich darauf freue, kannst Du Dich gar nicht freuen. Aber wenn Du es halb so sehr tust, bin ich schon überglücklich. Ja, schreib mir bald. In sehnsüchtiger Liebe Deine Maria"
Foto: W. Hornig
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Brautbriefe Zelle 92 1943-1945. Hrsg. v. Ruth-Alice von Bismarck u. Ulrich Kabitz. Nachw. v. Eberhard Bethge Preis inkl. MwSt. EUR 10,90 Verlag: Beck, 2001 Einband: Kartoniert / Broschiert ISBN: 3-406-42112-1 3. Aufl. 2001. 307 Seiten, mit Abbildung(en) 19 cm |
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