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Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann will eine Verfassungsklage gegen die Sonntagsöffnung prüfen lassen. Der Schutz der Sonn- und Feiertage habe eine weit über das Grundgesetz hinausreichende kulturelle Bedeutung, sagte Käßmann am Donnerstag in ihrem turnusgemäßen Bericht vor der hannoverschen Landessynode. Der Sonntagsschutz habe mit Menschenwürde zu tun. An diesem Punkt werde deutlich, dass der Mensch kein Mittel zum Zweck sei und Arbeit nicht der einzige Inhalt und das höchste Ziel des Menschen sein könne. |
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"Wir sind als Kirche hier nicht ausschließlich Anwältin unserer eigenen gottesdienstlichen Belange, sondern stehen auch in einer Verantwortung für die Gesellschaft", sagte die Bischöfin der größten evangelischen Landeskirche in Deutschland mit mehr als drei Millionen Mitgliedern. Wer solle die Familie bewahren, wenn sonntags gearbeitet werden müsse, und was werde aus dem Gemeinsinn, wenn es keine gemeinsamen freien Zeiten mehr gäbe, fragte Käßmann. Es gehe in dieser Frage um die Menschen, den Glauben und um den Rhyth-mus und die Rituale einer Gesellschaft. |
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Weiter sagte Käßmann, dass ihr die Bleiberechtsregelung für langfristig geduldete Flüchtlinge besonders am Herzen liege. "Es geht um Menschen, die seit vielen Jahren bei uns leben und größtenteils gut integriert sind." Die von den Innenministern erzielte Regelung sei ein Kompromiss, der nur einen kleinen Teil der Geduldeten betreffe. Es sei enttäuschend, dass nicht endlich eine humanitäre Lösung gefunden worden sei. "Es wäre gut gewesen, wenn Niedersachsen sich energisch für eine solche Lösung eingesetzt hätte." Der niedersächsische Erlass zur Umsetzung der Beschlüsse werde für kommenden Montag erwartet. |
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Die Bischöfin würdigte ein Impulspapier des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, das sich mit der Zukunft der Kirche befasst. Das Papier "Kirche der Freiheit" habe eine noch nie erlebte breite Diskussion innerhalb der Kirche ausgelöst. "Das ist ein hervorragendes Signal." Sie stimme der Grundtendenz zu, dass ein Mentalitätswandel unter anderen bei den kirchlichen Kernangeboten und den Mitarbeitenden notwendig sei, sagte Käßmann: "Mich erreichen viele Briefe von Menschen, die enttäuscht und verletzt sind, weil sie abgefertigt oder abgewiesen werden mit ihren Wünschen und Fragen." |
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Der Vorschlag des Papiers, die evangelischen Mitgliedskirchen langfristig entlang der großen Bundesländer zu strukturieren, sei konstruktiv, sagte die Bischöfin. Es sei der Politik gegenüber nicht immer einfach, die kirchlichen Grenzziehungen zu erläutern, die auf den Anfang des 19. Jahrhunderts zurückgingen. Bis 2030 soll es anstelle der jetzt 23 Landeskirchen nur noch acht bis zwölf geben. Die hannoversche Landeskirche werde allerdings keine der Nachbarkirchen drängen, die eigene Existenz in Frage zu stellen. (epd Niedersachsen-Bremen/b3323/30.11.06) |
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Den kompletten Bericht der Bischöfin können Sie sich weiter unten herunterladen. |
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