Mit roten Zahlen leben

Zur Woche der Diakonie: Schuldnerberatung


Viele Jugendliche verschulden sich, weil sie zu viel mit dem Handy telefonieren.
Foto: Wallentin

Verzweifelte Menschen, die weinend mit Plastiktüten voller ungeöffneter Briefumschläge in der Tür stehen – das sind Bilder, die Agnes Meine und Angelika Krack gut kennen. Die beiden Frauen leiten in Burgdorf die Schuldnerberatung des Diakonieverbands Hannover-Land. Die Sozialpädagoginnen unterstützen Verschuldete aus den Kommunen Burgdorf, Lehrte, Sehnde und Uetze bei der Korrespondenz mit ihren Gläubigern. Sie prüfen deren Forderungen, erörtern mit den Betroffenen Wege, um aus der Schuldenfalle herauszukommen und regeln den Schriftverkehr.

Besonders liegt den Schuldnerberaterinnen aber das persönliche Gespräch mit den Ratsuchenden am Herzen: „Die Menschen können uns erzählen, warum sie sich verschuldet haben und was sie bedrückt“, sagt Meine. Nur dann könne sie erkennen, wie die Beratung laufen müsse.

Um schließlich effektiv helfen zu können, müssen die Verschuldeten zu den Beratungsgesprächen alle Unterlagen über Einnahmen und Ausgaben, eine Liste der Gläubiger und der genauen Schulden mitbringen. Nur dann könne sie einen Weg aus der Schuldenfalle finden, sagt Meine. Doch meist seien die roten Zahlen so hoch, dass die Betroffenen zunächst lernen müssten, mit den Schulden zu leben. „Oft läuft es auf eine Insolvenz hinaus“, bedauert die Beraterin. Aber auch dann steht sie ihren Schützlingen zur Seite, hilft bei der Antragstellung und begleitet das Verfahren.

Der häufigste Grund für eine Verschuldung ist Arbeitslosigkeit. Aber auch Jugendliche kommen in die Beratungsstelle: Sie tappen meist wegen zu hoher Handy-Rechnungen in die Schuldenfalle. Das erste Beratungsgespräch führen Meine und Krack direkt vor Ort, weitere in der Burgdorfer Beratungsstelle. Agnes Meine und Angelika Krack sind montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr sowie donnerstags zwischen 16 und 18 Uhr in ihrem Büro, Schillerslager Straße 9, und unter Telefon (0 51 36) 89 73 14 und 89 73 13 zu erreichen.

aus:
Hannoversche Allgemeine Zeitung
Anzeiger für Burgdorf und Burgdorf
vom 5. September 2007

Red. Susanne Wallentin