Zum Sonntag

Frau Müller hat jetzt wieder Kraft


Rainer Müller-Brandes ist Pastor der St.-Pankratius Kirchengemeinde Burgdorf und Diakoniebeauftragter des Kirchenkreises Burgdorf

Frau Müller (Name geändert) ist pflegebedürftig. Sie vergisst immer mehr. Kann ihren Alltag nicht mehr alleine meistern. „Demenz“, sagen die Ärzte. „da können wir nichts machen.“ Ihre Tochter, 60 Jahre alt, ist für sie da. Tagein, tagaus. Irgendwann auch nachts. Ich besuche die Tochter. Sie ist erschöpft. Sie weiß nicht weiter. Und manchmal beschleicht sie ein schlechtes Gewissen, weil sie sich dabei ertappt zu fragen, wie es denn ohne Mutter wäre. Höchste Zeit für Unterstützung.

Mit diesem Sonntag geht die Woche der Diakonie zu Ende. Diese Zeitung hat berichtet. Über die verschiedenen Einrichtungen. Als Kirchenkreisbeauftragter für die Diakonie könnte ich ganz viel vom Glück erzählen, die Diakonie in unserem Kirchenkreis zu haben. Viele Menschen haben sie kennengelernt. Gerade in Situationen, in denen es schwer war.

Oft sind das Hilfen, die im Verborgenen geschehen. So fand auch die Tochter von Frau Müller Unterstützung durch den Besuchsdienst der Gemeinde, später durch den Hospizdienst. Damit sie einmal aus dem Haus kam. Einkaufen konnte. Oder einfach nur zum Friseur gehen, ohne die Mutter alleine zu lassen. Und als es zu Ende ging, rief sie an, und ich konnte nochmal kommen. Beten. Abschied nehmen. Mit der Familie. Das ist Diakonie. „Dienst“ oder „dienen“ heißt das übersetzt. Es sind viele Menschen, meist Frauen, für mich sind es die „stillen Heldinnen“, die sich einsetzen. Für andere da sind. Gut, wenn es dabei Unterstützung gibt. Die Tochter hat es erfahren dürfen. Bis hin zur Vermittlung einer Kur.

Und das Wort Jesu aus dem Matthäusevangelium „Das, was ihr einem der geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ wird auch heute immer wieder Wirklichkeit.

Zum Nachlesen
Neues Testament, Matthäus Evangelium,
Kapitel 25, Vers 40

Zum Download:
Diakonieflyer