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Ralf Halbrügge ist Pastor in der Kirchengemeinde Hänigsen-Obershagen |
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In einer halben Stunde weiß ich mehr als Sie!“ So soll der letzte Satz von Alfred Delp gelautet haben, gerichtet an seine Henker, die ihn im Februar 1945 ermordeten. Am 15. September 2007 wäre er 100 Jahre alt geworden. |
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Alfred Delp war Jesuitenpriester und bildet in gewisser Weise das katholische Pendant zu Dietrich Bonhoeffer, dem evangelisch-lutherischen Theologen, der gegen den Nationalsozialismus kämpfte. Delp hatte Kontakte zum Kreisauer Kreis, der Widerstand gegen Hitler organisierte. Nach dem gescheiterten Attentat auf Hitler im Juli 1944, wurde Alfred Delp verhaftet, verhört, gefoltert und später gehenkt. Er hatte es abgelehnt, in den Untergrund zu gehen. Seine damals formulierten Gedanken und Visionen sind auch über 60 Jahre danach aktuell und nehmen Kirche und Gesellschaft in die Pflicht: Delp hatte die Vision von einer sozial gerechten Gesellschaft, von einer erneuerten, menschenfreundlichen Kirche und von einem neuen, liebenden Menschen. |
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Ich weiß nicht, wie Sie die Sache einschätzen, aber mein Eindruck ist, dass es für uns alle noch viel zu tun gibt, damit diese Visionen Realität werden. Es sind Menschen wie Alfred Delp, die mir Mut machen, Hoffnung geben. Menschen mit einem tiefen Glauben, mit innerer Überzeugung, mit Visionen. Menschen, die aus der Begegnung mit Gott leben, denken und handeln. Keine Egoisten, keine Mitläufer, keine Wendehälse. |
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Wir brauchen sie und es gibt sie heute noch, auch bei uns: Christen, die im „Missionsland Deutschland“ der Gottesferne, der Menschen-Unfreundlichkeit und der Ungerechtigkeit mit einem tiefen Glauben, mit Mut und mit Entschlossenheit entgegentreten. Christen wie Alfred Delp, der wusste: Das Reich Gottes ist nicht nur eine Vision, sondern eine Wirklichkeit, die wir schon hier im Leben erfahren können. |
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