Ernte geht an Burgdorfer Tafel

Unterstützung für 300 Menschen


Ein ganzer Anhänger voller Lebensmittel kommt beim Freiluft- gottesdienst in Otze für die Burgdorfer Tafel zusammen.
Foto: Wallentin

Die evangelischen Kirchen in Burgdorf und Uetze haben gestern das Erntedankfest gefeiert. Für die Gottesdienste waren Altare und Kirchenräume mit Erntegaben reich geschmückt. Auch die Bühne auf dem Lindenbrink in Otze war üppig mit Kürbissen und Sonnenblumen dekoriert. Dort ließ die Martin-Luther-Gemeinde den Kartoffelmarkt mit einem Freiluftgottesdienst ausklingen.

Dabei wurde auch an die Menschen gedacht, denen es nicht so gut geht. Um ein Zeichen zu setzen, spendeten die Gemeindeglieder Lebensmittel für den Verein Burgdorfer Tafel, der jede Woche zwischen 250 bis 300 Bedürftige mit Lebensmitteln versorge, wie Christiane Gersemann sagte. Es dauerte nicht lange, da war der Anhänger neben der Bühne mit Kartoffeln, Zwiebeln, Konserven, Eiern, Kaffee und Äpfeln prall gefüllt.

aus:
Hannoversche Allgemeine Zeitung
Anzeiger für Burgdorf und Lehrte
vom 1. Oktober 2007

Red. Susanne Wallentin


Gemeindeaufruf vom 28. September

Am Sonntag feiern wir das Erntedankfest in Otze auf dem Lindenbrink. Gründe zum Danken haben nicht nur die Landwirte, sondern ein jeder von uns. Dankbarkeit bringt man am besten durch Hilfe gegenüber Schwächeren zum Ausdruck. Dazu haben Sie Gelegenheit in diesem Erntedankgottesdienst. Wir wollen Menschen helfen, die Unterstützung durch die "Burgdorfer Tafel" erhalten.

Bringen Sie doch bitte länger haltbare Lebensmittel, wie z.B. Zucker, Mehl, Kaffee, Schokolade oder dergleichen mit, die wir nach dem Gottesdienst der "Tafel" übergeben wollen. Auch die Kollekte ist in diesem Jahr für die"Tafel" bestimmt.

Jeden Sonnabend werden im Gemeindezentrum der Burgdorfer Paulus-Gemeinde Lebensmittel an etwa 140 Bedürftige und ihre Familien ausgegeben, d.h. durchschnittlich 300 - 400 Personen erhalten Woche für Woche Unterstützung durch Lebensmittelpakete. Der Verein hat zur Zeit 55 aktive Mitglieder, die sich um die Beschaffung der Lebensmittel und deren Verteilung kümmern.

Pastor Dr. Michel Emmendoerffer

Das aktuelle Stichwort: Erntedankfest

(epd). Mit dem Erntedankfest erinnern Christen am Sonntag an den engen Zusammenhang von Mensch und Natur. Das Fest soll deutlich machen, dass der Mensch die Schöpfung Gottes nicht unter Kontrolle hat. Der Dank in den Gottesdiensten gilt daher der Vielfalt des Lebens und der täglichen Nahrung.

Der Mensch ist nach der Bibel selbst Teil der Schöpfung. Christen kritisieren daher die Zerstörung der Umwelt, Manipulationen am Erbgut sowie Missbrauch der Biotechnik. Die Themen Umweltschutz und Gentechnik spielen an diesem etwa seit dem dritten Jahrhundert begangenen Kirchenfest daher eine immer größere Rolle. Auch die Bedeutung der nachwachsenden Rohstoffe als Energieträger beeinflusst zunehmend den Erntedank.

Mit der bei diesem Fest in den Mittelpunkt gerückten Bitte des Vaterunsers "Unser tägliches Brot gib uns heute" wird zugleich an die Hungerkatastrophen in den ärmsten Ländern der Erde erinnert. Im christlichen Verständnis gehören das Danken und Teilen zusammen. Erntedank-Gottesdienste sind daher meist mit einer Solidaritätsaktion zugunsten Not leidender Menschen verbunden.

Gott für die Ernte zu danken, gehörte zu allen Zeiten zu den religiösen Grundbedürfnissen. Traditionell werden die Altäre zum Abschluss der Ernte mit Feldfrüchten festlich geschmückt. Auch Kindern soll das Erntedankfest die Zyklen des Jahreslaufes und der Nahrungsproduktion bewusst machen. Es soll zeigen, dass die Milch nicht aus der Tüte und das Gemüse nicht aus der Dose kommt. (epd Niedersachsen-Bremen/b2836/27.09.07)