Die Frau mit den Blumen geht

Arpkes Küsterin Irmgard Schwanke gibt ihr Amt nach 40 Jahren ab – Sechs Pastoren gedient


Zum letzten Mal arrangiert Irmgard Schwanke Blumenschmuck für den Altar: Nach 40 Jahren scheidet die Arpker Küsterin aus dem Kirchendienst aus.
Foto: Brand

Sechs Pastoren hat sie kommen und gehen gesehen. Jetzt ist auch für Irmgard Schwanke Schluss. Die Küsterin der Arpker Kirchengemeinde Zum Heiligen Kreuz verabschiedet sich nach 40-jähriger Dienstzeit in den Ruhestand.

Gestern hat die zweifache Großmutter letztmalig für den frischen Blumenschmuck auf dem Altar gesorgt. Als „die Frau mit den Blumen“ werden die Arpker Schwanke in Erinnerung behalten. Stets hat die inzwischen 70-Jährige aus Gründen der Sparsamkeit für Gottesdienste, Taufen, Trauungen und Konfirmationen floristische Gaben für den Altarschmuck von Gartenbesitzern erbeten. Auch sonst war die gebürtige Westpreußin auf Sparsamkeit bedacht. Große Osterkerzen, die mindestens zwei Jahre benutzt werden können, erhielten bei der Wiederverwendung einfach ein aufgeklebtes, frisches Datum.

Schwanke war mit ihrer Mutter Anna Wagner im März 1945 nach Arpke gekommen, wo die Familie zunächst für einige Jahre im Gemeindehaus lebte. Als Kirchenpflegerin folgte die Jubilarin 1967 ihrer Mutter, die kurz zuvor gestorben war. 1985 übernahm Schwanke zusätzlich die Tätigkeit als Küsterin. Nebenbei putzte sie auch noch 25 Jahre lang in der Grundschule.

Längst hat auch die moderne Technik in die Kirche Einzug gehalten und die Arbeit einer Küsterin erleichtert. Früher, erinnert sich die aktive Kirchenchorsängerin, habe noch Koks herangeschleppt und die Heizung für den sonntäglichen Gottesdienst bereits am Sonnabendabend angestellt werden müssen. Inzwischen übernehme eine Zeitschaltuhr die Regulierung der Ölheizung.

„Ich hätte ganze Romane schreiben können über das, was ich alles erlebt habe“, blickt Irmgard Schwanke auf 40 wechselvolle Jahre im Kirchendienst zurück. Gestern wurde sie nach dem Erntedankfest-Gottesdienst bei einem Sektempfang offiziell verabschiedet. Sie wird in der Gemeinde aber weiterhin präsent sein im Kirchenchor, am angestammten Platz neben der Eingangstür der Kirche und beim Blutspendedienst.

aus:
Hannoversche Allgemeine Zeitung
Anzeiger für Burgdorf und Lehrte
vom 1. Oktober 2007
Red. Horst-Dieter Brand