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Friedrich Kanjahn ist Pastor in der Kirchengemeinde Dollbergen-Schwüblingsen |
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Welchen Wert hat Arbeit für unsere Gesellschaft? Ist sie alles? Egal ob man welche hat oder nicht? |
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Ich habe den Eindruck, dass die Arbeit deutlich überbewertet wird. Arbeit ist weit mehr als den Lebensunterhalt zu verdienen. Arbeiten heißt machen können und machen wollen. Als ob wir damit unser Leben in der Hand hätten. |
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Kommen Ihnen die Worte „ora und labora“ („bete und arbeite“) bekannt vor? Unsere Vorfahren kannten die Härte der Arbeit und die Kraft des Betens. Sie wussten, dass sie durch die Arbeit ihr Leben nicht in der Hand hatten – zweifellos auch nicht durch das Beten. |
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Wer beten kann, gesteht sich ein, das eigene Leben nicht vollständig im Griff zu haben. Gesundheit, Kraft zum Leben und zum Arbeiten ist eine Gabe, keine Selbstverständlichkeit. Das müssen diejenigen schmerzlich erfahren, die mit schwerer Krankheit zu leben haben. |
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Beten und Arbeiten – das klingt fromm. Doch das Beten stellt nur die Vorherrschaft der Arbeit infrage. So wie der Reformator Martin Luther es ausgedrückt hat: „Bete, als ob alles von deinem Gebet abhängt, und arbeite, als ob alles von deiner Arbeit abhängt.“ Beten ersetzt nicht die Anstrengung, die Mühe der Arbeit. Beten stellt die Machbarkeit des Lebens infrage und bietet Geborgenheit bei dem viel Größeren, bei Gott. Beten stellt so das eigene Leben auf eine feste andere Grundlage. Und ich kann es mir endlich leisten, über mein Leben nachzudenken, über Erfolge, ebenso über Misserfolge und Fragen. |
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Wie kann ich zum Beten finden? Jede und jeder muss einen eigenen Weg finden, vielleicht in Form einer Besinnung auf Gott vor der Arbeit oder danach, zumindest einmal in der Woche. So können viele die Erfahrung machen: Beten trägt das ganze Leben, über alle Arbeit und Anstrengung hinaus. |
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