Büros sollen zu Krippe werden

Stadt verhandelt mit St.-Paulus-Gemeinde über Finanzierung von 15 neuen Betreuungsplätzen


Noch ist es ein Büro: Pastor Matthias Paul zeigt auf dem Plan, dass hier der künftige Spiel- und Essbereich der Krippe entstehen soll.
Foto: Wallentin

„Es ist uns ein Anliegen, die Krippe zu schaffen“, sagte Pastor Matthias Paul am Montagabend im Jugendhilfeausschuss. 15 Kinder sollen ab August 2008 im Gemeindezentrum von St. Paulus betreut werden – in den Räumen, in denen jetzt noch sechs Büros untergebracht sind. Das Nebengebäude, das derzeit noch vom Kinderspielkreis genutzt wird, sei viel zu klein für eine Krippe, sagte Paul. Der Kinderspielkreis werde zugunsten der Krippe aufgegeben, das Nebengebäude später abgerissen und ein Pfarrhaus gebaut.
Um Platz für die Kinder zu schaffen, sollen drei Büros verlegt werden, die anderen sogar ganz wegfallen, sagte Paul. Um einen großen Spiel- und Essbereich einzurichten, müssen Wände zwischen drei Büros entfernt werden. Ein Büro soll Sanitärraum für die Kinder, ein weiteres zum Ruheraum werden. Die Küche des Gemeindezentrums und die Sanitärräume können von den Betreuerinnen mitbenutzt werden.

Zu den Kosten für Bau und Ausstattung von 105 000 Euro soll die Stadt Burgdorf 73 500 Euro beisteuern. Die Region Hannover gewährt einen Zuschuss von 2160 Euro je Kind. Billiger wird es für die Stadt, wenn sich ab 1. Januar 2008, wie geplant, auch der Bund an der Finanzierung der Krippenplätze beteiligt. Es lägen aber derzeit noch keine Zahlen vor, sagte der Erste Stadtrat Dagobert Strecker.
Die Betriebskosten für die Krippe, die die Paulusgemeinde mit jährlich 58 000 Euro beziffert, befanden die Ausschussmitglieder allerdings als zu hoch. Die Kosten müssten vergleichbar sein, sagte Maria Leykum (Grüne) mit Blick darauf, dass das Frauen- und Mütterzentrum bei der gleichen Anzahl an neuen Krippenplätzen wesentlich weniger an Betriebskosten einkalkuliere als die Paulusgemeinde. Bürgermeister Alfred Baxmann regte an, dass auch die Stadt künftig einen Festbetrag pro Krippenplatz zahlen solle, um mehr Transparenz und Gerechtigkeit gegenüber den einzelnen Einrichtungen zu gewährleisten. Die Stadt werde nun mit St. Paulus verhandeln, kündigte Strecker an.

aus:
Hannoversche Allgemeine Zeitung
Anzeiger für Burgdorf und Lehrte
vom 14. November 2007
Red. Susanne Wallentin