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Peer-Detlev Schladebusch ist Pastor in Steinwedel und im Arbeitsgebiet "Spiritual Consulting" der Hannoverschen Landeskirche |
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Immer mehr Nachrichten und Informationen, Besprechungen, Dokumentationsanforderungen, Verwaltungsvorgänge: Wo bleibt da Zeit zum Verschnaufen, Zeit Da gewinnt eine über 850 Jahre alte Frage neu an Aktualität: |
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„Wenn du keinen Raum mehr für die Besinnung vorsiehst, wie kannst du voll und echt Mensch sein?“ Wenn der Zeitdruck chronisch wird, verliert sich der Mensch in der Beliebigkeit. Er reiht sich ein in das Räderwerk der Erfordernisse, wird zum Knecht der Vorgänge. Wo bleibt da etwas davon zu erkennen, dass Gott ihn zu seinem Ebenbild geschaffen hat? Wenn das Geschöpf sich erschöpft, entfernt es sich von seinem Schöpfer. Es ist das große Privileg des Menschen, in Entsprechung zu Gottes Ruhen am 7. Schöpfungstag auch ausruhen zu dürfen: Eine Zeit haben, die der Körper, Geist und Seele neue Kraft. |
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So wird nicht irgendjemand gefragt. Hier stellt einer die Menschlichkeit dessen in Frage, der sich gar als Vertreter Gottes auf Erden versteht! Bernhard von Clairvaux, der Begründer des Zisterzienserordens, ermahnt so seinen ehemaligen Mönchsbruder, der als Papst Eugen III. in die Geschichte eingegangen ist. Er geht mit ihm hart ins Gericht: Jemand, der in dauerhafter Anspannung lebt, ist ein erbärmlicher und erbarmungswürdiger Mensch. Er bekommt ein hartes Herz und gewinnt am Ende gar nichts! |
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Wenn der Zeitdruck chronisch wird, verliert sich der Mensch in der Beliebigkeit. Er reiht sich ein in das Räderwerk der Erfordernisse, wird zum Knecht der Vorgänge. Wo bleibt da etwas davon zu erkennen, dass Gott ihn zu seinem Ebenbild geschaffen hat? Wenn das Geschöpf sich erschöpft, entfernt es sich von seinem Schöpfer. Es ist das große Privileg des Menschen, in Entsprechung zu Gottes Ruhen am 7. Schöpfungstag auch ausruhen zu dürfen: Eine Zeit haben, die der Körper, Geist und Seele neue Kraftschöpfen können. Deshalb haben die deutschen Mystiker übrigens auch den Begriff „Bildung“ aus der Schöpfung des Menschen abgeleitet und interpretiert: („Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn“, 1. Mose 1,27). Diese Bildung vollzieht sich nach ihrer Überzeugung das ganze Leben hindurch. Wer also die von Gott geschenkten Zeiten der Ruhe wahrnimmt, der ermöglicht es sich, weiter auf Gottes Ebenbild hin entwickelt zu werden und immer wieder in die richtige Spur zu kommen. Diese Persönlichkeitsbildung braucht Zeiten der Ruhe und der Besinnung. |
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Unser Grundgesetz gibt uns sogar ausdrücklich die Rahmenmöglichkeiten für diese Besondere Bildung, wenn darin Sätze zu lesen sind wie: „Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit“ Oder auch: „Der Sonntag und die staatlich anerkannten Feiertage bleiben als Tage der Arbeitsruhe geschützt.“ |
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Eine stetig wachsende Zahl von Menschen ist sich bewusst, dass sie diese Ruhezeiten und Entschleunigung zur Bewältigung ihres Alltags benötigt. Viele haben erkannt, dass eine finanzielle Insolvenz nicht so dramatische Folgen hat wie eine spirituelle Insolvenz. Wer von allen guten Geistern verlassen ist – so sagt es der Volksmund – dem ist nicht mehr zu helfen. In Anlehnung an diese Redewendung kann man sagen: Wer in der chronischen Zeitnot das persönliche Zusammenspiel von Körper, Geist und Seele zerstört, braucht einen langen Weg, um diesen Einklang wieder herzustellen. Eine Hilfe in diesem Prozess der umfassenden Gesundung ist für viele das Gebet. Wer weiß schon besser über mich Bescheid als mein Schöpfer. Daran erinnert in besonderer Weise die Advents- und Weihnachtszeit. In diesem Sinn wünsche ich Ihnen eine gesegnete Zeit im letzten Monat dieses Jahres. |
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Peer-Detlev Schladebusch KDA, Spiritual Consulting, Ev.-luth. Landeskirche Hannovers schladebusch@kirchliche-dienste.de |
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