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Manfred Schmidt-Kirchner ist Klinikseelsorger im Klinikum Wahrendorff und im Krankenhaus Lehrte |
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Seit Tagen leuchten die Lichter in den Städten, in den Kaufhäusern hören wir das Lied „Süßer die Glocken nie klingen“. Im Sinne der Einzelhändler dürfte das heißen: „Süßer die Euros nie klingen“, auch wenn der Einzelhandel wie immer „schwere Einbrüche“ im Weihnachtsgeschäft befürchtet. Viele kaufen wohl nicht jeden Krimskrams mehr. |
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Unser Weihnachtsfest ist in seiner gesellschaftlichen Dimension pervertiert, indem es zum Wirtschaftsfaktor Nummer eins geworden ist. Mit dem früheren Kirchenpräsidenten Martin Niemöller möchte man fragen: Was würde Jesus wohl in dieser Situation sagen? Wäre er einverstanden damit, wie wir seinen Geburtstag begehen? Ich kann mir das nur schwer vorstellen. Er, der nach der alljährlich feierlich vorgetragenen Weihnachtsgeschichte in einem ärmlichen Viehstall und vollkommen unbeachtet von der damaligen Wirtschaftswelt geboren wurde. Dessen Leben von Anfang an bedroht war und dessen Weg von der Krippe zum Kreuz sehr kurz war, weil er nicht mitspielte und einfach störte. Wo gleich mehrere (reiche) Gruppen der damaligen Gesellschaft sich sagten: Der macht uns unser Geschäft kaputt, der stört die gewohnten Bahnen, indem er Gerechtigkeit für die Armen fordert und vom Frieden redet. Der stört, der muss weg, weil er Barmherzigkeit predigt und die Friedfertigen selig preist. |
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Weihnachten macht uns Jahr für Jahr aufs Neue bewusst, dass es noch andere Werte und Qualitäten gibt als immer nur Geld und noch mehr Geld. Auch heute erfahren wir nicht viel oder gar nichts von Jesus und seiner Botschaft auf dem Weihnachtsmarkt oder in den Kaufhäusern. Er wird wie eh und je in der Stille geboren. Und nur, wenn man selbst still wird, bekommt man es mit. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Ich wünsche uns diese weihnachtliche Stille, die wir gerade auch in den Gottesdiensten erleben können. |
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