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Susanne Paul ist Pastorin in der Kirchengemeinde Sehnde und stellvertretende Superintendentin des Kirchenkreises Burgdorf |
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Frau Pastorin, das können Sie doch nicht ernsthaft Weihnachten den Menschen erzählen“. Der Mann im Amtszimmer war ganz aufgeregt. „Gott als Kind in der Krippe, alles eiteitei, das stimmt doch gar nicht. Gucken Sie doch mich an: Kein Dach über dem Kopf, meine Familie kaputt, ich alleine und was habe ich nicht alles erlebt. Wo war denn da der ach so freundliche Gott? Das ist doch alles nur frommes Gerede.“ |
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Die Worte des Mannes blieben mir noch lange im Gedächtnis. Er hatte ja Recht. Oft genug wird die Weihnachtsbotschaft ein frömmelndes „alles wird gut“. Menschen, die sich plagen mit all dem, was ihnen das Leben zumutet, fühlen sich nicht ernst genommen und denken: „So hat das Kirche schon immer gemacht. Frommes Gerede und nichts dahinter.“ Dabei ist gar nicht alles gut in Bethlehem: Maria und Josef sind zwei Obdachlose in dieser Nacht. Die Hirten sind Männer, die weit außerhalb der Gesellschaft stehen. Herodes ist einer jener wahnsinnigen Despoten, denen jedes Mittel recht ist, um ihre Macht zu erhalten. All das aber wird ausgeblendet zugunsten einer Idylle um das Kind, die damals und heute keinen Anhalt in der Wirklichkeit hat. Der Mann hat Recht: Alles eiteiei, das macht Weihnachten kaputt. |
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Denn mit der Weihnachtsbotschaft kommt die klare Ansage: So wie es ist, soll es nicht sein. Menschen brauchen ein Dach über dem Kopf, dürfen nicht einfach ausgegrenzt werden, nur weil sie nicht unseren Vorstellungen entsprechen. Und Despoten dienen nicht dem Leben – im Gegenteil. |
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Diese klare Ansage aber verliert ihre Spitze, wenn wir sie nicht auch für uns hören. Allzu leicht stellen wir uns zu Maria und Josef an die Krippe oder zu den Hirten aufs Feld. Dabei müssten wir vielleicht einmal darüber nachdenken, ob wir nicht eher bei Herodes im Palast oder in den Häusern sitzen, die Maria und Josef verschlossen bleiben. „Alle Jahre wieder“, das heißt nicht „Alles bleibt so, wie es immer schon war“, sondern alle Jahre wieder wird uns die Frage gestellt, in welcher Welt wir leben wollen, mit welchen Werten wir unser Leben gestalten wollen. Weihnachten sagt nicht einfach nur besänftigend: „Alles wird gut“, sondern „Es kann gut werden“, wenn wir nicht zu schnell satt und zufrieden werden und Gott wirklich bei uns wohnen lassen. |
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Das hört sich nach einer Zumutung an und wir haben große Sehnsucht nach den einfachen Wegen – gerade zu Weihnachten. Aber die wahre Erfüllung gibt es doch oft erst, wenn wir uns der Zumutung gestellt und sie bewältigt haben. Den Weg dahin finden muss jede und jeder alleine – im Vertrauen auf Gottes Nähe. |
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Alles kann gut werden – auch inmitten von tiefer Trauer und großem Schmerz, von Hoffnungslosigkeit und innerer Kälte. „Weil Gott in tiefster Nacht erschienen, kann unsere Nacht nicht traurig sein. Er sieht Dein Leben unverhüllt, zeigt Dir zugleich dein neues Bild“ In diesem Sinne Ihnen allen eine gesegnete und erfüllte Weihnacht! |
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