Zum Sonntag

Gedanken zu den Zeugnisferien


Heike Borges-Duschek ist Diakonin der Matthäusgemeinde in Lehrte.

Von „Sehr gut“ bis „Ungenügend“: So lauten die Noten, die unsere Kinder gestern auf ihren Zeugnissen fanden.

Mit diesen Zensuren werden Weichen gestellt. Welche Empfehlung gibt es für die weiterführende Schule? Ist die Versetzung gefährdet? Kann sich der Jugendliche mit dem Zeugnis für eine Ausbildungsstelle bewerben? Ist mit dem Notenschnitt das angestrebte Studium möglich? Jetzt sind Zeugnisferien: Für die einen Grund zum Feiern eines gelungenen Schulabschnitts, für die anderen Zeit zum Erholen vom Schrecken der Zahlen, die nun tatsächlich schwarz auf weiß da stehen. Familien denken darüber nach, wie es mit der Schullaufbahn der Kinder weitergeht.

„Wir machen immer etwas Schönes mit den Kindern nach Vergabe der Zeugnisse. Egal, wie sie ausgefallen sind“, sagt eine Mutter. Eine schöne Geste. Was sagt sie aus? Wir nehmen Dich, unser Kind, wie Du bist. Wir feiern einen Abschnitt Deines Lebens, egal, wie gelungen er ist. Dazu brauchen Eltern die Größe, sich über die Sorgen hinweg zu setzen, um zunächst das Kind, den Jugendlichen zu sehen und erst dann die Noten. Das ist vorbildlich, weil es hilft, den Wert des Einzelnen nicht nur an den Noten festzumachen. Und das befreit den gemeinsamen Blick nach vorn.

An den Wendepunkten unseres Lebens sind wir alle Suchende, so auch der Verfasser des Wochenpsalms 121: „Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe?“ Und dann die Erkenntnis, dass alles, was mich ausmacht, unter Gottes Segen steht: Unsere Pläne für die Zukunft, das Gelingen unserer Beziehungen in der Familie, mit den Freunden, bei der Arbeit.

So hören wir den Segen Gottes, den wir auch an diesem Wochenende in unseren Gottesdiensten zugesprochen bekommen mit den Worten des Psalms: „Der Herr behüte Dich vor allem Übel, er behüte Deine Seele.“ Amen, so soll es sein.