Synagoge dient jetzt der Kultur

Feierliche Eröffnung der KulturWerkStadt


Ein Vierteljahrhundert nach seiner Eröffnung erhält das Stadtmuseum mit der ehemaligen Synagoge (großes Bild) eine Dependance. Rudolf Bembenneck (kleines Bild oben, links) schenkt Bernd Gessert eine Facharbeit über die Geschichte des Baus. Zuvor lauscht das Publikum Bembennecks Vortrag bei der feierlichen Eröffnung.
Fotos: Heinze

Mit einer Feierstunde wurde am Donnerstagabend, dem 21. August, die KulturWerkStadt in der ehemaligen Synagoge an der Poststraße eröffnet. Rund 80 Gäste kamen.
Bürgermeister Alfred Baxmann beschrieb die Eröffnung in einem Grußwort als ein „in mehrfacher Hinsicht stadtgeschichtliches Ereignis“. Sie sei „ein Bekenntnis zur Stadtgeschichte in all ihren Facetten“, sagte der Bürgermeister im Hinblick auf die Opfer der Judenverfolgung während der Nazizeit.

Der Name des Hauses sei Programm. Die KulturWerkStadt solle Raum bieten für das Experimentieren, zur Entwicklung von Ideen, zum Diskutieren von Plänen aber auch für Streitkultur. Die Aktiven des Verkehrs- und Verschönerungsvereins (VVV) und des Kulturvereins Scena „können das Haus mit Leben erfüllen“, so Baxmann. Es sei das „nachhaltigste Projekt des Themenjahres“ Kultur von Stadt und Stadtmarketing, zugleich ein Musterbeispiel für ein Projekt in öffentlicher und privater Trägerschaft. Der Bürgermeister würdigte den Unternehmer Bernd Gessert als wahren Mäzen. Er hat das Haus gekauft, saniert und dem VVV für zunächst 20 Jahre zur Verfügung gestellt, sodass die Nebenstelle des Stadtmuseums die Stadtkasse nur mit rund 20.000 Euro jährlich belastet. 15.000 Euro steuerte die Sparkasse Hannover zu dem Projekt bei.

Rudolf Bembenneck vom Arbeitskreis „Gedenkweg 9. November“ erinnerte an die Geschichte der Synagoge. Für die Burgdorfer Juden war das Haus „Symbol der Verwurzelung mitten in der Stadt“, machte der Pastor im Ruhestand bewusst. 125 Jahre diente das heute denkmalgeschützte Gebäude als Zentrum der Menschen jüdischen Glaubens. Abschließend regte Bembenneck an, Burgdorfer Stadtgeschichte in einem Musical wieder lebendig werden zu lassen. Interessierte können die neue KulturWerkStadt anlässlich der Kulturwochen kennenlernen.

Veranstaltungsvorschau

Sonntag, 31. August, 18 Uhr: Lesung mit Dariusz Muszer: „Gottes Homepage“. Montag, 1. September, 19.30 Uhr: Theater für Niedersachsen: „Die Nacht ist nicht allein zum Schlafen da ... - Varieté-Revue mit Chansons und Filmschlagern der zwanziger bis vierziger Jahre“. Donnerstag, 4., bis Sonntag, 7. September: KunstDuett: Michael Hohmann (Öl- und Acrylbilder), Uwe Aufrichtig (Holzskulpturen). Donnerstag, 11. September, 19.30 Uhr: Historische Burgdorfer Fotos und Geschichten. Karten: Firma Bleich, Braunschweiger Straße 2, Telefon (05136) 1862

aus:
Hannoversche Allgemeine
Anzeiger für Burgdorf und Uetze
vom 23. August 2008
von Stefan Heinze