Zum Sonntag

Hoffnung auf eine neue Weltordnung


Martin Marahrens ist Kaplan der katholischen St.-Nikolaus Gemeinde Burgdorf

Es war ein Phänomen, als der amerikanische Präsidentschaftskandidat Barack Obama bei seinem Besuch in Deutschland 200.000 Menschen mobilisieren konnte, die seine Berliner Rede live verfolgten und ihm begeistert zujubelten. Offenbar steht dieser junge, dynamische Mann für den Traum einer anderen und besseren Welt, in der sich nicht allein die Interessen der Stärkeren durchsetzen. In seiner Rede beschwor er die Hoffnung auf eine neue Weltordnung, die nicht mehr allein auf Krieg und Gewalt, sondern auf Dialog und Gemeinsamkeit setzt. Ist aber eine solche andere Welt überhaupt möglich?

Scheint nicht angesichts des Konfliktes zwischen Russland und Georgien gerade wieder die alte Weltordnung zu triumphieren, die auf Stärke und Gewalt setzt? Während der Konflikt in Georgien eskalierte, war ich in einem Jugendcamp in der Ukraine, in dem sich 120 Jugendliche aus sieben Nationen im Geiste Jesu versammelt hatten, um durch ihr gemeinsames Arbeiten, Beten und Feiern den Traum einer neuen Weltordnung vorzuleben, die nicht auf alte Mauern und Vorurteile, sondern auf Austausch, Dialog und Verständigung setzt. In dieser Weise wollten die dort versammelten jungen Menschen einen konkreten Beitrag zu einer neuen und anderen Welt leisten.

Wenn ich doch sehr unsicher bin, inwieweit es Barack Obama wirklich gelingen wird, diese Welt zu verändern, bin ich doch überzeugt, dass eine neue Weltordnung da möglich wird, wo Menschen, wie diese Jugendlichen, im Geiste Jesu zusammenkommen und handeln. Er allein ist es, welcher der Welt eine wirklich neue Ordnung schenken kann. Denn mit seinem Tod am Kreuz und seiner Auferstehung hat er die Welt sprichwörtlich vom Kopf auf die Füße gestellt und die berechtigte Hoffnung eröffnet, dass nicht Gewalt und Vernichtung, sondern das Gute und das Leben triumphieren werden.