Diese Frau hinterläßt Spuren

Pastorin Susanne Paul nimmt Abschied von Sehnde - Hunderte in der Kreuzkirche


Geschenke zum Abschied: Carl Jürgen Lehrke überreicht Susanne Paul eine Wanduhr mit dem Sehnder Wappen.
Foto: Jarolim-Vormeier

Pastorin Susanne Paul hat am Sonnabendabend in der Kreuzkirche ihren Abschied von der Sehnder Kirchengemeinde gefeiert. Es erschienen so viele Besucher, dass viele von ihnen den Gottesdienst von draußen verfolgen mussten.

Es war ein emotionaler Abschied: Viele Gemeindemitglieder sowie Vertreter aus Politik und Verwaltung sagten Susanne Paul persönlich Ade – und bei manchem kullerten auch schon ein paar Tränen. Die Pastorin verlässt Sehnde nach 16 Jahren. Die 46-Jährige wechselt zum 1. Oktober in die Martin-Luther-Gemeinde in Ehlershausen.

„Sie sind temperamentvoll, haben starken Willen, setzen viel durch und singen gern – wenn es darauf ankommt, sogar allein“, charakterisierte die Rektorin der Kooperativen Gesamtschule, Helga Akkermann, die scheidende Pastorin. Paul sei eine beeindruckende Person, fuhr die Rektorin fort. Tatsächlich hat die Pastorin in Sehnde tiefe Spuren hinterlassen: „Sie organisierte Gottesdienste auf dem Marktplatz, engagierte sich für die Justizvollzugsanstalt, brachte Projekte wie die Borsumscheune und die Kinderkrippe im Bonhoefferhaus voran“, sagte Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke.

Auch Ralph Charbonnier, Superintendent des Kirchenkreises Burgdorf, lobte in seiner Ansprache die stets aktive Pastorin. Wer die Nachfolge von Susanne Paul in der Sehnder Kreuzkirchengemeinde übernimmt, steht noch nicht fest.

16 Jahre in Sehnde - Prägend für das öffentliche Leben der Stadt

Susanne Paul hat seit 1992 die Sehnder Kirchengemeinde Kreuzkirche geleitet. Darüber hinaus prägte die Pastorin in dieser Zeit das öffentliche Leben der Stadt. Über ihre üblichen Aufgaben – Seelsorge, Taufen, Hochzeiten, Beerdigungen und Gottesdienste – hinaus preschte die 46-Jährige immer wieder mit neuen Ideen hervor. Sie sorgte dafür, dass auf dem Kaliberg ein Kreuz steht, hielt Gottesdienste auf dem Marktplatz. Mit viel Engagement rief sie den Jugendmitarbeiterkreis ins Leben. Am Ausbildungsprogramm für Schülermentoren an der Kooperativen Gesamtschule war sie ebenfalls maßgeblich beteiligt.

Außerdem sind während Pauls Ägide zahlreiche Baumaßnahmen erledigt worden, etwa der Umbau der Borsumscheune zum Jugendhaus und die Einrichtung der Kinderkrippe im Bonhoefferhaus. Die Pastorin verlässt Sehnde nach eigenen Angaben im Guten. In Ehlershausen will sie die Jugendarbeit forcieren.


aus:
Hannoversche Allgemeine Zeitung
Anzeiger für Lehrte und Sehnde
vom 1. September 2008
Red. Katerina Jarolim-Vormeier