Stiftung unterstützt Sterbende

Sehnde: Vorstellung im Gottesdienst


41 Menschen sind 2007 nicht einsam gestorben - dank des ambulanten Hospizdienstes im Kirchenkreis Burgdorf. Finanziele Unterstützung will jetzt eine Stiftung geben, die sich am Sonntag vorstellt.

Die neue Hospiz-Stiftung im Kirchenkreis scheint gerade zur rechten Zeit erschienen zu sein - und viel treffender, als es die Initiatoren vermutet hatten. „Wir haben nicht geahnt, dass die Unwissenheit selbst bei Ärzten und Pflegediensten noch so groß ist.“ Superintendent Ralph Charbonnier ist auch Tage nach der Informationsveranstaltung „Im Sterben das Leben entdecken“ noch sichtbar beeindruckt: Bis auf den letzten Stuhl war der Saal im Schloss besetzt, als die Palliativmedizinerin Ute Heinicke aus ihrer Arbeit berichtete. „Viele Fragen zeigten, wie viel Leid vermeidbar gewesen wäre, wenn wenigstens die Ärzte wüssten, wen sie den Angehörigen empfehlen können."

Diese weißen Flecken will die Stiftung nun füllen. „Die Stiftung soll die Spenden bei der Finanzierung stabilisieren“, erläutert Marcus Dohm, der im Kirchenkreis für Fundraising zuständig ist. Zudem soll die Stiftung die Arbeit des ambulanten Hospizdienstes stärker bekannt machen.

41 Sterbebegleitungen im Jahr 2007 sowie nochmal rund 60 Teilnehmer in den drei Selbsthilfegruppen haben von den ausgebildeten ehrenamtlichen Helfern profitiert. Dass diese auch dort erscheinen, wo sie am besten hinpassen, dafür sorgt Manuela Fenske-Mouanga. Mit einer DreiviertelsteIle koordiniert sie Helfer, kümmert sich um die Aus- und Fortbildung - und darum, dass die Krankenkassen ihren Anteil dazu beisteuern.

Von 12.000 Euro 2005 stieg der Zuschuss auf 36.000 Euro 2007. Der Dienst benötigt im Jahr rund 55.000 Euro. Die Differenz trägt der Kirchenkreis auch durch Spenden. Für diese wollen die Burgdorfer Rechtsanwältin Sabine Schaefer, die Sehnder Diakonin Erika Hellmich-Dabrunst und der Diakon des Stephanstiftes, Hartwig Laack aus Burgdorf, im Stiftungsvorstand kämpfen.

Die Professionalität der Mitarbeiter, die nur Fahrtkosten erhalten, liegt Fenske-Mouanga sehr am Herzen. Gerade im dörflichen Bereich stoße ein solcher Dienst an ganz andere Herausforderungen als in der Großstadt: „Die Hemmschwelle, einen Außenstehenden in eine so intime Situation wie das Sterben miteinzubeziehen, ist dort sehr hoch.“

Die Stiftung stellt sich morgen ab 10 Uhr bei einem Gottesdienst in der Sehnder Kirche zum Heiligen Kreuz vor.

aus:
Hannoversche Allgemeine Zeitung
Annzeiger für Burgdorf und Uetze
vom 27. September 2008
Red. Rebecca Neander