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Dr. Ralph Charbonnier ist Superintendent des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Burgdorf |
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Religion ist Privatsache!“ „Was ich glaube, geht niemanden etwas an!“ „Ihre persönlichen Überzeugungen tun in dieser öffentlichen Angelegenheit nichts zur Sache!“– Wenn diese Aussagen wahr wären, hätte es die Ereignisse des 9. Novembers 1918 nicht gegeben: Die Ausrufung der Republik in Berlin brauchte Politiker, die Überzeugungstäter und nicht nur Machtstrategen waren. Die Ereignisse des 9. Novembers 1938 hätten verhindert werden können: Synagogen brannten und Feuerwehrleute blieben vielerorts untätig, weil sie ihren inneren Widerspruch als privat abtaten. Und den Fall der innerdeutschen Mauer am 9. November 1989 hätte es nicht gegeben, wenn nicht mutige und glaubensstarke Menschen die politische und öffentliche Dimension ihres Glaubens erkannt und politische Forderungen formuliert hätten. |
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Es fällt manchmal leichter, sich im Alltag den Spielregeln des Berufes und des öffentlichen Lebens anzupassen und nur in der Freizeit persönlich zu werden. Doch der Preis ist hoch: Sinnentleerte Zeit von Montag bis Freitag, Sinnoasen nur am Wochenende oder in freien Zeiten. Scheinbar moralfreie Zonen in beruflichen und öffentlichen Bereichen und, wenn die Krise eintrifft, der Ruf nach moralischen Managern und Politikern. |
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Umgekehrt hat es Sinn: „Ihr Glaube, Ihre persönlichen Überzeugungen sind wichtig für unseren Betrieb, unsere Schule, unsere Behörde, für die Kirche, für die öffentliche Diskussion!“ Persönliche Qualitäten werden als Potenzial für Innovationen erkannt. Der Einzelne sieht, dass er als ganzer Mensch Mitarbeiter eines Betriebes oder Bürger dieser Gesellschaft ist und darin wertgeschätzt wird. |
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Der christliche Glaube macht Mut, Überzeugungen nicht in den eigenen vier Wänden zu lassen, sondern in alle Alltagsentscheidungen einzubringen. Der Sonntag gibt Freiraum, sich dieser Überzeugungen zu vergewissern. Nutzen wir den Sonntag hierfür! Wir werden alle dabei gewinnen. |
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