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Ein außergewöhnlicher Abend mit einem außergewöhnlichen Werk: Die Burgdorfer Kantorei und die Kammersinfonie Bremen haben am Sonnabend in St. Pankratius Arthur Honeggers Oratorium König David aufgeführt. Stargast war Schauspieler Michael Degen, der als Sprecher auftrat. |
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Immer intensiver füllt der Klagegesang der Frauenstimmen den Kirchenraum, und immer intensiver wird auch die Stimme Michael Degens. Der Chor besingt die Klage König Davids über den Tod seiner Kriegsgefährten. Darüber erhebt sich Degens Stimme, kraftvoll und zunehmend emotional, in einer Mischung aus Trauer und Trotz. |
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Die Momente, in denen die humanitäre Seite Davids zum Tragen kamen, gerieten zu den auffälligsten am Sonnabend in der Pankratiuskirche. Das lag daran, dass es Kirchenkreiskantor Martin Burzeya gelang, einen durchgehenden Spannungsbogen aufzubauen, und die Kantorei großes Einfühlungsvermögen für Honeggers spezielle Art von Musik zeigte. Die nämlich bietet viele Klippen: Ihre mal leisen, mal wuchtigen Passagen und ihre Ausflüge in moderne freitonale Harmonik sind alles andere als einfach miteinander zu verbinden. Honegger hatte seine Komposition 1923 unter dem Eindruck des Ersten Weltkriegs zum Oratorium umgeschrieben. |
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Das Konzert unter der Leitung von Martin Burzeya war zwar gut besucht, auf den Seitenemporen blieben allerdings viele Plätze leer. Dabei war das transparente Spiel der Kammersinfonie Bremen auch in den entfernteren Reihen gut zu hören. Außerdem verpassten somit viele einen denkwürdigen Auftritt Michael Degens. Außer aus Donna Leons Krimis und der Serie „Diese Drombuschs“ ist er unter anderem bekannt durch seine Arbeit im Ensemble Bertolt Brechts. In der Pankratiuskirche war Degens Tonfall entschlossen, wenn er die Handlung vorantrieb, eindringlich, wenn er Seelenzustände beschrieb. Sein Zusammenspiel mit Chor und Orchester waren Höhepunkte des Abends. Bei den Gesangssolisten bestach Elisabeth Graf mit warmem Alt und einer verruchten Interpretation der „Hexe“. |
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Schauspieler Michael Degen lobt Burgdorfer Initiative für Gedenktafel |
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Der bekannte Schauspieler Michael Degen lobt Burgdorf für die Gedenktafel, mit der die Stadt an die Opfer der Judenverfolgung während des Nationalsozialismus erinnert. Degen, unter anderem bekannt durch seine Rolle als Vice-Questore Patta in der Krimireihe von Donna Leon, sah sich den Gedenkfries im Ratssaal des Schlosses am Freitagabend am Rande der Proben zu Honeggers Oratorium „König David“ an. |
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Bürgermeister Alfred Baxmann, Pankratius-Pastor Michael Schulze und Gertrud Mrowka vom Arbeitskreis „Gedenkweg 9. November“ stellten Degen den Fries vor. Der Schauspieler, der einer jüdischen Familie entstammt, musste sich mit seiner Mutter während der NS-Zeit in Wohnungen mutiger Berliner verstecken. Er schildert dies in seinen Memoiren, die von der ARD verfilmt wurden („Nicht alle waren Mörder“). Im Ratssaal erzählte Degen von Karl Hotze, einem seiner Helfer: Hotze wurde im KZ Nordhausen interniert, „ein großer, gestandener Kerl – aber als er aus dem KZ zurückkam, sah er aus wie sein eigener Großvater“. Zum Thema Zivilcourage meinte Degen: „Man konnte schon Angst haben vor diesen Leuten.“ Er stimmte Baxmann zu, dass es besonders in der Frühphase des Nationalsozialismus oft an Zivilcourage gefehlt habe. |
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aus: Hannoversche Allgemeine Zeitung Anzeiger für Burgdorf und Uetze vom 17. November 2008 Text: Eike Brunhöber |
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Plakat und Bildbearbeitung: W. Hornig, Burgdorf
Foto: Jänicke, Berlin
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Oratorium: König David Musik mit Schwung und verträumter Lyrik |
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Um Liebe, fromme Visionen und heroische Kämpfe geht es in dem Oratorium „König David“ von Arthur Honegger. Es erklang gestern in der Pankratiuskirche. Mit der Geschichte des jüdischen Königs David haben sich in diesem Jahr alle Kirchenchöre der Pankratiusgemeinde beschäftigt. Für den Schlussakkord sorgten gestern ab 19.30 Uhr die Burgdorfer Kantorei, die Kammersinfonie Bremen und Solisten mit dem Oratorium „König David“. Möglich wurde die Aufführung dank Zuschüssen vom Förderverein Kirchenmusik. Eine Stunde vor Konzertbeginn in der Kirche führte Professor Gustav Adolf Krieg in das Werk ein. |
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Die Komposition lebt von der dramaturgischen Kraft des Chores. Die Musik verbindet Urwüchsigkeit mit hinreißendem Schwung und melodiös verträumter Lyrik. Jazzelemente, Orientalisches und die Polyphonie Johann Sebastian Bachs verleihen dem Werk seinen Reiz. Für die Rolle des Erzählers konnte der Schauspieler Michael Degen gewonnen werden. Der 1932 als Sohn jüdischer Eltern geborene Künstler ist bekannt unter anderem aus der ARD-Krimiserie Donna Leon. Im vergangenen Jahr veröffentlichte Degen das Buch „Mein heiliges Land“, in dem er seine Kindheit im nationalsozialistischen Deutschland schildert. |
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aus: Hannoversche Allgemeine Zeitung Anzeiger für Burgdorf und Uetze vom 15. November 2008 Red. Sybille Heine Zeitkor. der Internetredaktion am 16. Nov. |
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