Zum Sonntag

Die Vorfreude auf das große Fest genießen


Johann Christophers ist Pastor in der Kirchengemeinde Ilten - Höver - Bilm

Plötzlich verlöscht das bunte Licht. Für einen Moment wird es still. Minuten später hört man ein lautes „Ah“. Das Licht erstrahlt wieder. Die Sicherung war wohl überlastet. Kein Wunder, viele elektrische Geräte sorgen dafür, dass die kulinarischen Genüsse nicht zu kurz kommen. Es duftet nach Glühwein. Ein kleines Mädchen, den Mund mit Kakao und Puderzucker verschmiert, träumt auf dem Arm der Mutter. Der Posaunenchor lässt weihnachtliche Lieder ertönen. In den Buden sieht man fröhliche Gesichter mit roten Nasen. Die Glocken läuten. In der Kirche tritt die Bläserklasse der Schule auf. Und draußen spielt ein Drehorgelspieler „Jingle Bells“. Es ist Weihnachtsmarkt.

In diesen Tagen an allen Orten, an diesem Sonnabend in Ilten: Die Menschen kommen in Scharen zusammen und sind zumeist fröhlich und ausgelassen.

Die Adventszeit hat sich in den vergangenen Jahrzehnten sehr verändert. Zwar verweist die violette Farbe am Altartuch der Kirche noch auf eine besondere Zeit der Vorbereitung. Und der Adventskranz mit dem zunehmenden Licht von Sonntag zu Sonntag unterstreicht die Erwartung auf das große Licht von Weihnachten, aber der Alltag wartet doch mit anderen Symbolen auf. In manchem Garten und an manchem Haus gleißt seit Wochen ein Lichtermeer, als gelte es die Dunkelheit des Winters möglichst schnell zu vertreiben.

Und vielleicht liegt auf dem menschlichen Gemüt ja auch eine Stimmung, die nach Licht und Helligkeit ruft. Das bunte Treiben auf den Weihnachtsmärkten soll nicht das Bedrückende überspielen. Aber es macht durchaus Sinn, voller Freude und Jubel auf das große Fest der Menschwerdung Gottes zu warten. Das Geschenk Gottes zu Weihnachten, das Kind in dem Stall und in der Krippe, will uns nach all der lauten Vorbereitung innerlich still machen. Und das Licht wird in uns entzündet. Gott kommt durch uns zum Leuchten. Ein Glück, dass es die Vorfreude gibt und dann das Fest.