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Weihnachtszeit - wir dürfen anders sein als sonst: einladender Lichtbogen im Fenster statt geschlossener Rollladen, Kerzenlicht statt Halogenlampe, Weihnachtsgans statt Fertigpizza, Kirchenglocken und ‘O du Fröhliche’ statt ffn-Kurznachrichten und Madonna. |
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Einmal im Jahr dürfen wir öffentlich Sehnsüchte zeigen – die Sehnsüchte nach Vertrauen und Gemeinschaft in der Familie sowie zu Freundinnen und Freunden, nach innerem und äußerem Frieden, nach einem Leben ohne immerzu nagender Sorge. Jetzt dürfen wir auch Trauer über verpasste Lebenschancen im zu Ende gehenden Jahr äußern, genauso Verzagtheit im Blick auf eine ungewisse Zukunft. Ab Januar werden wieder die Kerzenstummel entsorgt, leere Keksdosen im Keller verstaut, überflüssige Pfunde im Fitness-Center abtrainiert. Es heißt dann wieder: „Wir müssen sachlich bleiben!“, „Jeder kümmere sich um seine eigenen Dinge!“ und „Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied!“ – Der harte Alltag hat uns wieder. |
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Weihnachtsbräuche sollten nicht missbraucht werden. Lebendig und echt sollen sie sein. Christen glauben, dass sie das sind, wenn sie auf Weihnachten als dem Geburtstag Jesu von Nazareth bezogen sind. Dann werden Erinnerungen daran wach, dass Jesus zu seinen Mitmenschen, gleich welcher sozialen Stellung, gleich welchen Geschlechts, gleich welchen Alters gesagt hat: „Achtet einander!“, „Friede sei mit euch!“, „Sorgt euch nicht!“. Menschen, die dies hörten, waren fasziniert von ihm. Sie spürten seine Liebe, die sich an keine Konventionen hielt, sondern nur das Gute für ihre Person im Auge hatte. |
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Wer sich in diesen Weihnachtstagen Jesu Worte und seine Person vergegenwärtigt (z.B. in einem Weihnachtsgottesdienst), wird noch heute diese Kraft spüren können, die von ihm ausgeht. Mit dieser lebensbejahenden Kraft kann manche Frau und mancher Mann eine tot geglaubte Beziehungen wieder aufleben lassen, Konflikte angehen und zur Versöhnung führen oder auch Gelassenheit an die Stelle von Zukunftsangst und Sorge treten lassen. Sehnsüchte können in Erfüllung gehen. Geschenke machen Freude, das Essen der Weihnachtsgans wird zum Anlass einer fröhlichen Runde, Kerzenlicht gibt einen festlichen Glanz. |
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Es ist sogar wahrscheinlich, dass ganz neue Ideen aufkommen, wie die Weihnachtstage zu gestalten sind, die zu ganz persönlichen Weihnachtsbräuchen werden: Zusammensein mit Menschen, die wir sonst nicht im Blick haben, Streit schlichten, bei denen, die selbst nicht die Kraft dazu haben, Zuversicht ausstrahlen und dadurch anderen Menschen ihre Sorge nehmen. |
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Die Vielfalt der Weihnachtsbräuche in den Wohnungen Burgdorfs kann enorm sein – ganz nach dem Motto: „Hier findet Weihnachtsleben Stadt!“ |
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Eine Zeit lebendiger und persönlicher Weihnachtsbräuche und in diesem Sinn eine gesegnete Weihnachtszeit wünscht Ihnen Ihr |
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Dr. Ralph Charbonnier Superintendent des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Burgdorf |
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