Die Faust mit sanfter Geduld öffnen

Ev.-Kreisjugenddienst Burgdorf veranstaltet Mediationstrainng


Stille in der großen Diele des Antikriegshauses. Jugendliche versuchen, sich gegenseitig die zur Faust geballte Hand zu öffnen: Nicht mit Gewalt, sondern sanft, geduldig und einfühlsam. Dies ist nur eine Übung aus dem Workshop ‚Konfliktlösung‘. „Sie macht deutlich, dass gegen Wut und Streit nur sanfte Geduld helfen“, sagt Kursleiter Volker Walpuski.

Neun Jugendliche sind am Sonnabend, dem 13. Juni in Sievershausen zusammengekommen, um von dem Mediator (wörtlich: Vermittler) mehr darüber zu lernen, wie Streit entsteht und vor allem, wie sie dabei helfen können, ihn zu lösen. Die Teilnahme an diesem Workshop der Evangelischen Jugend gehört zu ihrer Ausbildung zu Jugendgruppenleitern. An deren Ende erwartet sie eine Jugendleiterinnencard (JuLeiCa).

„Mediation ist ein friedlicher Weg, einen Konflikt zu lösen. Im Gegensatz zum Richterspruch erarbeiten die Streitenden selbst eine Lösung und sind damit häufig viel zufriedener“, erläutert Walpuski. Neben praktischen Übungen vermittelt er den Jugendlichen auch Theorie. Zum Beispiel, dass es besser ist, statt eines vorwurfsvollen „Du“ Sätze mit „ich“ zu beginnen.

Michael Benkowitz, Kirchenkreisjugendwart in Burgdorf, hat den Workshop organisiert. Aus Erfahrung weiß er: „Wenn Menschen zusammen sind, kommt es schnell einmal zu Missverständnissen. Deshalb ist es gut, wenn Jugendliche selbst Verantwortung für eine friedliche Lösung übernehmen.“

Red. Volker Walpuski, Arpke


Tamara Jones, Franziska Kost, Anne Wiggers, Babett Kanalas, Jan Hansmann, Marei Wiggers, Carina Niendieker, Lisa Tripp und Sabine Krause (von links) lernten im Antikriegshaus Sievershausen, Konflikte friedlich zu lösen.
Foto: V. Walpuski