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Vermutlich sind mindestens 750 Kinder und Jugendliche in der Gemeinde Uetze von Armut betroffen. Der Arbeitskreis Arme Kinder, dem Vertreter der evangelischen Kirchengemeinden und der politischen Gemeinde angehören, will jetzt das Thema ins öffentliche Bewusstsein rücken. |
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„Das Problem armer Kinder begegnet uns in verschiedenen Arbeitsbereichen“, sagt die Uetzer Diakonin Karin Lawrenz-Maier. Aber selten werde es thematisiert, ergänzt der Hänigser Pastor Ralf Halbrügge. Als ihn ein anonymer Spender gebeten habe, drei Freibadfamilienkarten an bedürftige Familien weiterzuleiten, habe er nach wenigen Recherchen die Qual der Wahl gehabt, berichtet Halbrügge. Der in Frage kommende Kreis sei größer gewesen, als er anfangs gedacht habe. |
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Nach Einschätzung von Lawrenz- Maier geht die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander. „Die Leidtragenden sind die Kinder“, sagt sie. „Wir haben in diesem Jahr so viele Feriencards wie noch nie verkauft“, sagt Ellen Schwenke, Sozialpädgogin der Kommune. Für sie ist das ein Indiz dafür, dass sich immer weniger Familien leisten können, in den Ferien wegzufahren. |
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Ursula Tesch, Teamleiterin für Jugendangelegenheiten im Uetzer Rathaus, macht darauf aufmerksam, dass in Niedersachsen jedes siebte Kind von Armut betroffen ist. In Uetze sei der Anteil wegen der schwachen Sozialstruktur der Kommune wohl höher. Sie schätzt die Zahl der armen Kinder und Jugendlichen in der Gemeinde auf 750 bis 950. Diese hätten geringere Bildungschancen und könnten weniger Sport- und Kulturangebote wahrnehmen, gibt der Erste Gemeinderat Achim Husemann zu bedenken. Wegen der Folgen müsse man präventiv tätig werden. |
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Ansätze verschiedener Institutionen, die Lage armer Jungen und Mädchen zu verbessern, gibt es in Uetze bereits. So werden an verschiedenen Orten Hausaufgabenhilfen mit Mittagstisch angeboten. |
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„Wir benötigen ein gemeinsames Konzept, um Strukturen zu schaffen, die greifen und aufeinander abgestimmt sind“, sagt Lawrenz-Maier. Eine Veranstaltung mit dem Titel „Arme Kinder in unserer Gemeinde“ am Mittwoch, 16. September, von 17 bis 20.30 Uhr in der Uetzer Johannesder- Täufer-Kirche soll helfen, die gewünschten Strukturen aufzubauen. Gerda Holz vom Institut Sozialarbeit und Sozialpädagogik in Frankfurt/Main hält das Eingangsreferat. Bevor die Teilnehmer das Thema in Arbeitsgruppen vertiefen, schildert Tesch die Situation in Uetze. Aus organisatorischen Gründen werden Interessierte gebeten, sich per Post oder per E-Mail bei der evangelischen Kirchengemeinde Uetze, Kirchstraße 7, Kg.uetze@evlka.de, anzumelden. |
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ANTRAGSSTOPP Der Sozialfonds ist nach einem Jahr schon leer |
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Die Nachfrage nach Zuschüssen aus dem Uetzer Sozialfonds ist groß. Doch momentan ist kein Geld in dem Topf, den die evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden und die politische Gemeinde Uetze erst vor gut einem Jahr eingerichtet hatten, um Kinder aus sozial benachteiligten Familien in Schulangelegenheiten zu unterstützen. Das Anfangskapital betrug 4250 Euro. Später kamen einige Spenden hinzu. Aus dem Fonds erhielten Familien zum Beispiel für Klassenfahrten und Unterrichtsmaterialien Zuschüsse bis zu 50 Euro pro Kind. Weil der Topf jetzt leer sei, habe man einen Antragsstopp aussprechen müssen, berichtet Ursula Tesch, Teamleiterin für Jugendangelegenheiten im Rathaus. Nach Auskunft des Hänigser Pastors Ralf Halbrügge wollen die Kirchengemeinden Geld beim Landeskirchenamt beantragen. Er und Tesch setzen aber vor allem auf die Spendenbereitschaft von Einwohnern. |
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aus: Hannoversche Allgemeine Zeitung Anzeiger für Burgdorf und Uetze vom 10. September 2009 Red. Friedrich Wilhelm Schiller, Uetze |
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