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Jan Kowalski ist Pfarrer der katholischen St.-Nikolaus Gemeine in Burgdorf |
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Das Fest aller Heiligen soll für uns eine Hilfe zur Erinnerung sein. Es will vor allem ein Anstoß sein zum Nachdenken über die Menschen, deren Namen wir selbst tragen, nach denen wir benannt sind. Meist wird der Geburtstag dem Namenstag vorgezogen. |
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Die wenigsten Menschen wissen, wann ihr Namenstag ist und wer der Mensch war, dessen Name sie tragen. Der Name soll das Wesen eines Menschen ausdrücken, ihn ansprechbar machen für andere und zugleich ständig daran erinnern; Wer bin ich, woraufhin bin ich unterwegs? Bin ich mir der Bedeutung meines Namens bewusst? Weiß ich, wessen Namen ich trage? Weiß ich etwas über den Menschen, nach dem ich benannt bin? |
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In der englischen Sprache „Vorname“ bedeutet „Christian Name“. Damit wird deutlich, dass Menschen, deren Namen wir heute tragen, als Christen hervortraten. Sie waren ausgezeichnet dadurch, dass sie sich Gottes Ruf nicht verschlossen, sondern dafür offen waren und als Christen mit ihm in Verbindung blieben. Sie ließen sich von Gott sammeln. Denn Gott hat ein Hobby. Er sammelt Menschen. Er sammelt keine toten Objekte, die leicht zu katalogisieren sind. Er sammelt lebendige Menschen. Heilige, die in seine Sammlung eingehen wollen. Wie ein guter Sammler nimmt er viele Mühen auf sich. |
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Er führt viele Gespräche und schreibt unzählige Briefe. Überall erscheinen seine Suchanzeigen. Auf viele Weisen sendet er sein Wort an uns. Manche seiner Briefe gehen schon auf dem Weg verloren oder kommen an den Absender zurück. Andere kommen zwar an, werden aber als Werbung achtlos beiseite gelegt. Wieder andere werden oberflächlich gelesen, dann aber schnell vergessen. Manche aber werden wieder und wieder gelesen, werden schließlich zum geistigen Besitz der Leser. Der Brief hat dann etwas ausgelöst. |
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Vielleicht reagiert der Leser mit neuer Hoffnung und Zuversicht, mit Freude und Dank. Vielleicht entsteht durch den Briefverkehr eine Freundschaft. In dieser Sammlung gibt es alle Arten von seltenen Exemplaren. Die Kollektion reicht von exotisch bis simpel, von sehr bunt bis farblos, aber alles sind Einzelstücke. Jeder Mensch ist ein Einzelexemplar, darum besonders wertvoll. Gottes Sammlung ist nie ganz komplett. |
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Er lässt nicht nach, er gibt nicht auf bei seinen Versuchen, Menschen bei sich zu sammeln. Für Jede und Jeden ist Platz: nicht nur für die wertvollen „Antiquitäten“, die Heiligen der Vergangenheit, die Bekannten und die vielen Unbekannten, sondern für uns gegenwärtig Lebende. Wir sind alle „seltene“, manchmal – Gott sei Dank! – auch „komische“ Heilige. Gott möchte uns alle sammeln. Er wendet sich an jeden Menschen: Ich rufe dich bei deinem Namen, mein bist du! |
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