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Pedro Matías, Stipendiat der Stiftung für politisch Verfolgte
Foto: Stiftung für politisch Verfolgte
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Einblicke in ein zerrissenes Land gibt am Sonntag, 8. November, der Journalist Pedro Matías Arrazola, wenn er soziale Missstände, politische Gewalt und organisierte Kriminalität in seinem Heimatland Mexiko schildert. Der Vortrag im Antikriegshaus beginnt um 16 Uhr. |
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Seit 1986 berichtet der 45-jährige Journalist für politische Zeitungen und Zeitschriften, für eine Presseagentur sowie für Radio und Fernsehen aus dem mexikanischen Bundesstaat Oaxaca. Diese engagierte Arbeit in einem gefährlichen Umfeld hat ihn 2008 zum Opfer von Entführung und Folter gemacht. „Sie werden mich nicht zum Schweigen bringen“, sagt Pedro Matías jedoch nachdrücklich. „Ich werde weiter über politische Korruption und soziale Missstände in Oaxaca schreiben. Die Menschen dort vertrauen mir. Und darum berichte ich über ihre Forderungen nach sozialer Gerechtigkeit in diesem ärmsten Bundesstaat Mexikos mit ausschließlich indigener Bevölkerung.“ |
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Während sich im Bewusstsein westlicher Beobachter allenfalls die Armutsmigration in die USA und der Drogenkrieg in der Grenzregion festgesetzt haben, schaffen es die seit vielen Jahren gärenden Konflikte zwischen mexikanischem Staat und den Bauern und Landarbeitern nur selten in die hiesigen Medien. Pedro Matías recherchiert engagiert und kontinuierlich zu dieser Problematik, so auch anlässlich der sozialen Unruhen im Jahr 2006. Wegen seines Einsatzes wurde er 2008 von Unbekannten überfallen, entführt und gefoltert. Seit diesem Tag lebt Pedro Matías in dauernd wechselnden Verstecken. |
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Unbequeme Journalisten sind solchen Angriffen in Mexiko häufig ausgesetzt. Drohungen sollen sie zur Selbstzensur „überreden“. Geben sie nicht nach, werden sie mit Bomben und Mordanschlägen endgültig zum Schweigen gebracht. „Reporter ohne Grenzen“ bezeichnet Mexiko als den für Journalisten gefährlichsten Staat Lateinamerikas. Allein im vergangenen Jahr wurden vier Medienschaffende, darunter zwei junge Radiojournalistinnen, entführt, gefoltert und ermordet. |
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Angesichts dieser Zustände gibt sich Matías ernüchtert: „Man kann in Mexiko kaum noch zwischen organisierter Kriminalität und politischer Gewalt trennen.“ Andererseits erfuhr der Gast der Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte in seiner Heimat eine Welle der Solidarität. |
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Die Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte hat es sich u.a. zur Aufgabe gemacht, Menschen, die in ihren Heimatländern aufgrund ihrer politischen Aktivitäten unter Druck geraten, sich teilweise in Lebensgefahr befinden, mit einem einjährigen Stipendium auszustatten und ihnen in dieser Zeit eine 'Auszeit' in Hamburg zu ermöglichen. Pedro Matías Arrazola ist seit Sommer dieses Jahres Gast der Stiftung. |
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Vor dem Vortrag wird bereits um 15 Uhr in der Sievershäuser St. Martinskirche die diesjährige ökumenische Friedensdekade eröffnet. Der gemeinsame Gottesdienst vom Antikriegshaus und der rev.-luth. Kirchengemeinde wird von der Präsidentin des Antikriegshauses, Superintendentin i.R. Gisela Fähndrich, geleitet. |
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