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Rainer Müller-Brandes ist Pastor der St.-Pankratius-Gemeinde Burgdorf und Diakoniepastor im Diakonieverband Hannover-Land |
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Nietzsche, der Philosoph, sagt: „Nichts ist wahr, alles ist erlaubt.“ Sinn gibt es nicht. Mit der Aufklärung, das ist an solchen Worten zu spüren, brach ein klares Weltbild zusammen, in dem Gott die Hauptperson war. Die Folge: Ganz neue Fragen kamen auf: „Wozu leben wir, wenn es keinen Gott gibt?“ Und: „Was gilt, wenn die 10 Gebote keine Macht mehr haben?“ Nichts ist mehr gewiss. Und so kam Friedrich Nietzsche zu seinem Satz. Er beschreibt damit, finde ich, unsere Situation. Sie hat sich nicht geändert. Bis heute. Wenn die Werbung suggeriert: „Nichts ist unmöglich“ ist der Umkehrschluss klar. Das macht uns zu schaffen. Orientierung, den verloren gegangenen Sinn des Lebens muss sich jeder selbst erarbeiten. Auch wir Christen. |
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Nichts ist mehr gewiss. Nur, wenn das so ist, dann passieren solche Abstimmungen wie in der Schweiz. Diese Abstimmung über neue Minarette war für mich Rückzugsreflex. Ein Reflex auf diese orientierungslose Situation. Wir aufgeklärten Menschen schütteln darüber den Kopf. Aber letztlich ist das Ergebnis doch Ausdruck davon, dass wir vielleicht noch die Köpfe, aber nicht mehr die Herzen der Menschen erreichen. Und die Herzen fragen nach Sinn. Nach Orientierung. „Alles ist erlaubt“, das überfordert uns. Andererseits: Abgrenzung allein „macht“ keinen Sinn. Und schon sind wir mitten drin. |
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Woher bekommen wir Orientierung für unser Leben? Sicherheit? Wenn wir darauf eine Antwort finden, werden wir auch wieder souveräner. Können andere bestehen lassen. |
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Aber vorher müssen wir das klären. Und zwar jeder für sich. Was glaube ich? Was will ich- für mich und mein Leben? |
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Auch für Christen gibt es nicht „die“ Antwort. Aber doch eine klare Richtung. Wir sind kein Zufallsprodukt. Gott will eine Beziehung zu uns. Ich habe das Glück, dass ich heute für einen Tag ins Kloster nach Wennigsen fahre. Um darüber weiter nachdenken zu können. Aber statt Nietzsche nehme ich die Bibel mit. |
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