„Wer sich auf Gott verlässt, kommt mit dem Leben zurecht“

Plattdeutscher Gottesdienst in der St.-Martinskirche in Sievershausen mit 35 Besuchern / Predigttexte aus den 1950er-Jahren sind noch immer aktuell


Angeregt diskutieren die Gottesdienstteilnehmer über die Predigt. Foto: Herbert Baller

Zum plattdeutschen Gottesdienst in der St.-Martinskirche Sievershausen begrüßte die Koordinatorin Ilse Drohn 35 Besucher aus dem Ort und der näheren Umgebung.

Als Grundlagen dienten zwei Texte. Der erste lautete „Bewahret dat, wat sich bewährt hat“ (Bewahrt das, was sich bewährt hat) aus dem Matthäusevangelium 24, Verse 1-14. Als Vorlage hierfür wurde eine vor 50 Jahren in der Kirche zu Nettlingen bei Hildesheim gehaltene Predigt gewählt. Diese hat bis heute nichts an ihrer Bedeutung verloren. Plastische Beispiele, die sich die fünf Mitglieder der Heimatbundgruppe selbst ausgesucht hatten, verdeutlichten das.

Als zweiter Predigttext wurde aus dem Epheserbrief 2, Verse 19-20, der Satz „Jesus Christus, roppt üsch in unse Heimat vör Gott“ (Irdische Heimat und Heimat vor Gott) ausgelegt. Hier lag eine Predigt vom Niedersachsentag in Osnabrück, auch aus den 1950er-Jahren, zugrunde. Ilse Drohn hatte sich Gedanken darüber gemacht, dass „bewahren“ und „Heimat“ in gewissem Sinne zusammengehörten. Was bewahre man denn gerne auf? „Alles, was mir lieb und teuer ist“, war gleich ihre Antwort. Dazu gehöre auch „ein ganzer Batzen Heimat“.

Insgesamt wurde festgestellt, dass sich seit 50 Jahren nichts am Inhaltlichen geändert hat. „Wenn man sich auf Gott verlässt, dann kommt man auch mit dem Leben zurecht“, hießt es. Dabei sei es egal, ob man heimatlos sei, krank ist oder sonstigen Kummer habe.

Das Plattdeutschsprechen fiel den Laienpredigern nicht schwer, hatten sie doch ihre Kenntnisse aus dem Elternhaus mitbekommen. Neben Ilse Drohn wirkten Christa Loeper, Helga Zimermann, Gerda Schickram und Karin Baller mit.

aus:

"Peiner Allgemeine Zeitung"

vom 28. Juli 2010

Red. Herbert Baller