Menschen auf den Weg gebracht

Antikriegshaus: Verstorbener Friedenskämpfer Klaus Rauterberg geehrt


Jakoba Rauterberg beobachtet die Enthüllung des neuen Straßenschildes zu Ehren ihres gestorbenen Mannes Klaus Rauterberg (kleines Bild). Unterstützung leistet Albert Lodyga. Foto: Susanne Hanke

Ein Feldweg in Sievershausen, der unter anderem zum sogenannten Moritzdenkmal führt, trägt seit Sonntag den Namen „Klaus-Rauterberg-Weg“. Er wurde nach dem gestorbenen Sievershäuser Friedensaktivisten benannt.

Als einen geraden, ehrlichen Weg mit Bodenhaftung beschrieb Elvin Hülser, Vorsitzende der Dokumentationsstätte zu Kriegsgeschehen und über Friedensarbeit, den Weg des Geistlichen Klaus Rauterberg. Die Wegbenennung sei „eine Anerkennung, die passender für Klaus Rauterberg nicht sein könnte“. Er habe Menschen auf den Weg gebracht, Mut gemacht und sie inspiriert, sagte Hülser.

An den vor wenigen Jahren gestorbenen Friedensaktivisten wurde anlässlich seines 80. Geburtstages erinnert. Als Zeitzeugen referierten Hartwig Hohnsbein, damaliger Pastor in Lehrte, und der ehemalige Pastor Hans Dunkhase. Während Hohnsbein über außen- und innenpolitische Ereignisse der sechziger und siebziger Jahre berichtete, schilderte Dunkhase gelungene Protestaktionen der Friedensaktivisten.

Am Karfreitag 1968 seien er und Rauterberg mit einem ausrangierten Leichenwagen nach Hannover zur Marktkirche gefahren. Der Wagen sei mit Plakaten mit Aufschriften wie „Volkstrauer über Vietnam“ und „Friede über der Erde, nicht unter der Erde“ versehen worden. „Wir haben mit Talar in der Kirche eine Resolution verlesen und am Altar Plakate aufgestellt“, erzählte Dunkhase.

Zu Wort kamen im Antikriegshaus auch Gäste, die mit eigenen Erinnerungen das Bild Rauterbergs lebendig werden ließen. Die frühere Küsterin Erika Binder beschrieb seine Predigten als „zweischneidiges Schwert“. Sie hätten oft für Aufruhr gesorgt. Sie erinnerte an ein Plakat von Martin Luther King mit rotem Hintergrund, „das in der Kirche aufgehängt Anlass für heftige Diskussionen bot“.

aus:

"Anzeiger Lehrte & Sehnde"

vom 31. August 2010

Red. Susanne Hanke