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Wort zum Sonntag von Pastor Matthias Paul, St.-Paulus-Gemeinde Burgdorf Verantwortung übernehmen „Er oder Sie? Sie oder Er? Mitten im Wahlkampf ist die Zeit der "Duelle". Wer hat die besseren Argumente? Wer kommt bei den Wählerinnen und Wählern gut an? "Auf den Kanzler kommt es an", so war mal bei einem früheren Wahlkampf zu lesen. Und so werden die Wahlkämpfe auch geführt. Sehr personalisiert, sehr zugespitzt auf die Spitzenkandidaten. Das ist so, wie es die Präsidentschaftswahlen in den USA vormachen. Nur: Allzu leicht geriet dabei in Vergessenheit, dass wir den Kanzler (oder die Kanzlerin) ja gar nicht wählen können. Ganz anders als bei den Präsidentschaftswahlen in den USA. Und das finde ich gut so! Gemeinsam wählen wir Bundestagsabgeordnete, die zu einem guten Teil fest verwurzelt sind in den Regionen, aus denen sie kommen. Viele hundert Menschen sind bereit, sich vor Ort um ein Mandat zu bemühen und setzen dafür ihr ganzes persönliches Engagement ein. Richtig müsste es also heißen: Auf die Abgeordneten kommt es an. Auf Menschen, die bereit sind, in unserem Gemeinwesen persönlich Verantwortung zu übernehmen. Damit stellen sich die Kandidatinnen und Kandidaten in besonderer Weise auch der öffentlichen Kritik – das ist sicher gut. Aber jeder Kritiker muss sich dann auch fragen lassen, ob er denn selbst bereit wäre, die Verantwortung eines Mandates zu übernehmen. Wir kennen das ja selbst aus vielen Vereinen, wie schwierig es ist, Ämter zu besetzen. Also: Hut ab vor denen, die sich zur Wahl stellen. Nur so kann unsere Demokratie überleben. Vielleicht sollte man das den Kandidatinnen und Kandidaten an den Wahlständen einfach einmal sagen? Übrigens: Am 26. März haben wir Kirchenvorstandswahlen. Haben Sie Lust, Verantwortung zu übernehmen?“ |