Zum Sonntag von Pastor Andreas Kiebeler, Uetze Es gibt trotz allem Grund zum Danken Am kommenden Sonntag feiern wir den Erntedanktag. Erntegaben wie Blumen, Brot, Getreide, Obst und Gemüse schmücken die Kirchen. Vielleicht prägt auch eine Erntekrone den Kirchenraum. Der Erntedanktag ist ein Festtag, der uns daran erinnert, wie reich beschenkt wir sind und wofür es guten Grund gibt zu danken. Manche meinen, dazu bestehe kein Anlass, weil wir an allen Ecken und Enden Probleme hätten. Sicher, es gibt Probleme, echte und ernste Probleme. Diese Probleme müssen aber nicht blind machen für das Gute, das uns geschenkt ist. Manchmal könnte man meinen, wir sind in Deutschland von Blindheit geschlagen. Wir sehen meist schwarz, sind abgestumpft und blind - wie die Maulwürfe, die in der Erde wühlen und das Tageslicht nicht sehen. Wir sind oft nicht bereit oder in der Lage, die Schönheit der Schöpfung zu sehen, die Gott uns als Lebensraum zur Verfügung stellt, ohne die wir nicht leben könnten. Wir nehmen häufig nur noch das Negative wahr, starren wie gebannt auf Krieg und Zerstörung, Gewalt und Gemeinheiten und Mangel. Aber es gibt auch das Schöne und Gelingende: den Sonnenuntergang und den Sonnenaufgang, die erfrischende Quelle, manches Glück und die Liebe, die wir empfangen oder schenken, die Musik, die manchen Kummer leichter macht und zu neuem Schwung verhilft, und nicht zuletzt die Nahrung, die bei uns - Gott sei es gedankt - alle satt werden lässt. Wenn wir darüber zu staunen lernen, wenn es uns gelingt, den Blick zu wenden - weg vom Negativen - und für all das Gute Gott zu danken, dann werden wir auch Kraft gewinnen für die Bewältigung der Probleme, die sich uns stellen. Durch die Freude an den Gaben Gottes wächst auch der Mut, für ein friedliches Miteinander einzutreten und für die Bewahrung der Schöpfung. Der Erntedanktag erinnert daran: es gibt trotz allem Grund zum Danken.