Zum Sonntag von Pastor Manfred Schmidt-Kirchner Seelsorger im Klinikum Wahrendorff Vertrauen kann die Angst besiegen Angst ist ein urmenschliches Phänomen, und es gibt keinen Menschen, der nicht schon einmal Angst erlebt hat in seinem Leben. Aber die normale Angst, die aufklingt und wieder abklingt, ist zu unterscheiden von Angsterkrankungen. Generalisierte Angststörungen, Panikattacken und Phobien nehmen in unserer Gesellschaft weiter zu. Fachleute schätzen, dass drei bis acht Prozent der Bevölkerung betroffen sind. Viele Angstkranke sind nicht mehr in der Lage, das Haus zu verlassen. Andere können kein Kaufhaus betreten oder nicht in einer Schlange an der Kasse stehen. Was muss das bedeuten, wenn jemand nicht mehr auf der Autobahn fahren kann, weil er aus einer inneren Angst heraus nicht in der Lage ist, über Brücken zu fahren? Ganz vielfältig sind die Äußerungsformen der Angst, und jeder kann davon urplötzlich betroffen sein! Bis es zu einer wirkungsvollen therapeutischen Hilfe kommt, vergehen oft Jahre eines unsäglichen Leidens, das andere nicht verstehen können und das deshalb auch meist verheimlicht wird. Aber es gibt Hilfen und Möglichkeiten, mit diesen schwierigen Problemen fertig zu werden. Neben der Suche nach den Ursachen und Auslösern kommt es vor allem darauf an, wieder Vertrauen in das Leben, zu sich selbst und zu den Mitmenschen zu fassen. In einem neueren Lied im Evangelischen Gesangbuch heißt es: „Vertrauen wagen dürfen wir getrost, denn Du, Gott, bist mit uns, dass wir leben.“ Ich mag dieses Lied sehr gern, weil es im Grunde all das zusammenfasst, was Jesus den Menschen immer wieder zugesprochen hat: Gott ist der Grund des Lebens, der uns auf verborgene Weise allezeit trägt und hält. Er ist uns näher, als wir uns selbst nahe sind; weil er in der Tiefe der Seele anwesend ist, weil sein Bild dort ganz tief und unauslöschlich eingeprägt ist. Wer das weiß, kann angstfrei und voller Vertrauen leben – immer wieder neu, egal, was auch passiert!