Zum Sonntag von Diakon Wolfgang Hornig Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Kreisjugenddiakon „Brich mit den Hungrigen dein Brot!“ Sie gehen mir nicht aus dem Kopf: die zerschundenen Hände der afrikanischen Flüchtlinge. Die Stacheldrahtzäune der spanischen Exklaven Ceuta und Melilla in Marokko haben tiefe Wunden hinterlassen. Zu Tausenden versuchen Menschen über diesen Weg in das reiche Europa zu gelangen. Einzelne haben es geschafft – die meisten zurückgeschickt in Lager, nicht wenige in die Wüste, in den sicheren Tod. Warum nehmen Menschen so etwas auf sich – die einen, wie die anderen? Von den nackten Zahlen her ist das Problem eher relativ klein. Etwa 500.000 illegale Einwanderer schaffen es jährlich, in die Festung Europa einzudringen. Sie stellen für eine EU-Bevölkerung von 450 Millionen keine Bedrohung dar. Von „Flut“ oder „Schwemme“ kann keine Rede sein. Weltweit, so die Vereinten Nationen, leben 200 Millionen Menschen als Migranten, also gerade einmal 0,25 Prozent davon kommen nach Europa. Die allermeisten Flüchtlinge wandern aus armen Ländern in andere arme Länder. Von der Verantwortung Menschen Menschen gegenüber ist das Problem sehr groß. Besonders dramatisch ist die Entwicklung in Afrika – südlich der Sahara. Allein in der Republik Kongo haben der Bürgerkrieg und Aids dazu geführt, dass dort heute drei Viertel aller Einwohner hungern, insgesamt fast 40 Millionen Menschen. Millionen Bürgerkriegsopfer sind von nahezu jeder Hilfe abgeschnitten, ein Ende des Krieges ist nicht in Sicht. „Brich mit den Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus!“ so schreibt der Prophet Jesaja im Alten Testament. Das ist eine unumstößliche Weisung zum Handeln, eine klare Botschaft auf dem Weg zu Gerechtigkeit und Frieden. Wir können etwas tun, ob in einer der Ortskirchengemeinden oder durch Organisationen wie z.B. Brot für Welt, Unicef oder auch der Welthungerhilfe. Nehmen Sie Kontakt auf.