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Zum Sonntag „When too perfect – lieber Gott böse …“ von Kreisjugenddiakon Michael Benkowitz Burgdorf „When too perfect – lieber Gott böse…“ (Wenn Du zu perfekt bis – lieber Gott böse, Anmerkung der Redaktion) Eine Postkarte mit diesem Spruch von Nam June Paik fiel mir neulich in Berlin in die Hände. Oh, dachte ich zunächst, das ist ja eine nette Möglichkeit der Ausrede für Versäumnisse oder Fehler jeglicher Art. Das macht schön unangreifbar. Damit lässt sich jegliche Kritik im Keim ersticken. Jeder Angriff läuft ins Leere. Und damit noch nicht genug. Auch moralisch kommt man in Zugzwang, denn wer will schon Gott verärgern oder gar böse werden lassen? Beim zweiten Lesen und Darübernachdenken kamen mir dann aber Zweifel, ob das tatsächlich die gedachte Richtung des Spruches ist. Er sagt ja schließlich nichts darüber, dass wir uns nicht bemühen sollen beipielsweise unsere Erziehungs- und/oder Erwerbsarbeit gut und gewissenhaft zu erledigen. Auch sagt er nicht, wenn wir Fehler gemacht haben, dass wir nicht daraus lernen und es beim nächsten Mal besser machen sollen. Gleiches gilt wohl auch im Hinblick auf das menschliche Miteinander. Entschuldigungen tun halt manchmal Not und der oder dem anderen auch gut. Nein, was der Spruch wohl im Kern meint, scheint mir eher in diese Richtung zu zeigen. Setz Dich nicht permanent unter (Leistungs-)Druck, stets und immer alles bis ins Kleinste perfekt machen zu wollen oder in allen Bereichen zu perfekt zu sein. Das kann auf Dauer nicht gut gehen, vielleicht sogar krank machen. Versuche sehr wohl, die Dir anvertrauten Aufgaben gut und sorgfältig zu erledigen. Aber nimm Dir um Deiner selbst willen nicht vor, dabei immer und stets perfekt sein zu müssen. Menschsein heisst schließlich auch Fehler zu machen und machen zu dürfen. Und Gott hat Dich lieb, mit deinen Stärken und deinen Schwächen. Also: „When not too perfect – Gott trotzdem lieb!“ |