Zum Sonntag von Pastorin Susanne Paul Kreuzkirche Sehnde Volkstrauertag - Gedenken und gestalten Volkstrauertag, ein Tag mit denkwürdiger Geschichte. Politisch benutzt wurde er immer, missbraucht von denen, die selbst die Trauer noch für ihre Ziele nutzen wollten. Volkstrauertag, das ist der Tag, an dem wir der Opfer der Diktatur und Gewaltherrschaft in unserem Land gedenken, an dem wir uns besonders an die erinnern, die ihr Leben in den beiden Kriegen ließen, die hier ihren Ausgang nahmen. Die Trauer deren, die noch Erinnerungen an diese Zeit haben, ist an diesem Tag oft greifbar. Aber welchen Sinn hat der Volkstrauertag für die Jüngeren, die aufgewachsen sind in Friedenszeiten, welchen Sinn hat dieser Tag, 60 Jahre nach Kriegsende? Sinn hat er wohl nur dann, wenn das Gedenken nicht rückwärtsgewandt bleibt, wenn die Trauer mitgenommen wird in die Gestaltung der Zukunft: dazu gehört der Dank für eine lange Zeit des Friedens in weiten Teilen Europas, dazu gehört der Blick in eine Welt, die die Botschaft des Friedens immer noch nötig hat und dazu gehört das klare Bekenntnis: nie wieder Krieg, nie wieder ein Ja zu Rassismus und der Diktatur des Größenwahns. Jesus sagt: „Selig sind die, die bereit sind für den Frieden.“ An dieser Bereitschaft zu arbeiten, ist Aufgabe an diesem Tag.