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Zum neuen Jahr von Pastor Michael Schulze St.-Pankratius-Kirche Burgdorf Ein Jahr mit Gott ... was wird das neue Jahr uns bringen? Welche Ziele erreichen wir, welche verfehlen wir? Was wird aus unseren nächsten Angehörigen, welches Glück oder welche Sorgen werden wir erleben? Und manchmal fragen wir, warum leben wir überhaupt? Diese Frage stellen wir uns normaler Weise nicht; wir nehmen unser Leben zumeist fraglos an. Wenn es „dicke“ kommt, kann es schon passieren, dass wir uns fragen: Lohnt sich das alles überhaupt? Mühe und Leid, Hoffen, Bangen, Kämpfen und doch so oft Scheitern. Aber der Wille zum Leben scheint uns vom Schöpfer des Lebens eingepflanzt, wie allem in der Natur auch. Wir lassen uns abends, müde geworden, nur deshalb mit Wohlbehagen in den Schlaf fallen, weil wir damit rechnen und darauf vertrauen, am nächsten Morgen fröhlich und gestärkt wieder zu erwachen. Wir tun mit einigermaßen sicherem Instinkt einiges, um unser Leben zu erhalten. Und uns liegt nicht nur daran, dass wir leben, sondern vor allem, wie wir leben. Gesundheit und Wohlbefinden, Vielfalt des Erlebens und selber Wirkens sind uns dabei wichtig, Einbindung in die Familie, Reisen und Kultur; all das gehört für uns zur Normalität des Lebens. Wir wollen an der ganzen Fülle des Lebendigen teilhaben. Und doch spüren wir oft: Es fehlt uns etwas. Zumeist sind es nicht die materiellen Güter, die bei uns fehlen, obwohl auch hier immer mehr Menschen materielle Sorgen haben. Ist der Arbeitsplatz noch sicher, lautet für viele die bange Frage. Oder wie kann ich für den Lebensabend und für Krankheit ausreichend Vorsorge treffen? Aber mehr noch fehlt das, was im Zwischenmenschlichen das Leben reich macht. Liebe und Vertrauen sind Mangelgüter. Selten bekommen wir davon genug. Dieser Mangel wirkt sich aus: Viele verhaltensauffällige Kinder, die sich nicht genügend angenommen fühlen und darum ständig um Aufmerksamkeit buhlen müssen. Aber auch viele Erwachsene: Wie viel Angst, zu kurz zu kommen, übervorteilt zu werden, Einfluss zu verlieren – aus der mangelnden Grundgeborgenheit heraus. Egal, auf welcher Erfolgsleiter wir nach oben geklettert sind, es ist nie genug. In all dieser Sehnsucht nach mehr verbirgt sich das unerkannte Verlangen nach Geborgenheit und Gemeinschaft nach Gott. Im neuen Jahr wird uns ein Versprechen begleiten, das uns diese Sehnsucht stillen will: Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht (Josua 1,5). Was das neue Jahr auch bringen wird, es wird ein Jahr mit Gott sein, wenn wir ihn denn in unser Leben und Wirken hinein lassen. |