Zum Sonntag von Pastor Johann Christophers Kirchengemeinde Ilten, Bilm, Höver Eine frohe Botschaft – ganz ohne Worte Der Bus verspätet sich. Als ich einsteige, beeile ich mich, einen Platz im hinteren Teil des Busses zu finden. Ich nehme die anderen Fahrgäste nicht so richtig wahr. „Guten Abend, Herr Pastor Christophers!“ „Guten Abend!“, erwidere ich überrascht im Vorbeigehen. Ich habe den Grüßenden nur flüchtig wahrgenommen und will meinen Platz erreichen, bevor die Fahrt los geht. Der Motor des Busses heult auf, es riecht irgendwie merkwürdig im Bus. Plötzlich schießt es mir durch den Kopf: „Der Mann, der dich gerade gegrüßt hat, mit dem hast du vor ein paar Wochen telefoniert.“ Es war ein bedrückendes Gespräch. Nun sitzt er da – so sehe ich von hinten – mit seinen Kindern, entspannt; albert mit ihnen herum. Sollte ich ihn ansprechen? Vor den Kindern wohl lieber nicht. Der Bus hat schon einige Male gehalten. Als er wieder hält, steigt der Mann mit seinen Kindern aus. Ich blicke ihm nach. Die Kinder sind etwas vorausgeeilt. Er winkt mir zu, und dann hebt er den Daumen nach oben. Es durchfährt mich ein Glücksgefühl. Ich strahle ihn an. Ohne Worte hat er viel mitgeteilt. Der nach oben zeigende Daumen: „Mir geht es gut. Es ist wieder alles okay.“ Was mag bei ihm in den vergangenen Tagen passiert sein? Ich weiß es nicht, aber ich freue mich. Der Busfahrer teilt mit, dass er uns an der nächsten Haltestelle bitten muss, den Bus zu verlassen. Er kann nicht weiter fahren. Der Keilriemen ist gerissen. Daher wohl der merkwürdige Geruch vorhin. Mit der Stadtbahn fahre ich weiter nach Hannover. Ich komme eine halbe Stunde zu spät zum abendlichen Termin. Aber das macht nichts. Ein trauriger Mensch ist wieder froh. Gesten ohne Worte haben es erzählt! Ich muss an ein Wort aus dem Psalm 19 denken: „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes (...) Ein Tag sagt’s dem andern und eine Nacht tut’s kund der andern, ohne Sprache und ohne Worte.“ Gott sei Dank!