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Zum Sonntag
von Pastor Andreas Schmidt
Kirchengemeinde Sehnde
Kirche lebt durch – Männer und Frauen
Im Kolosserbrief heißt es im dritten Kapitel: „So zieht nun an als die Auserwählten Gottes, als die Heiligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld.“
Bis vor ein paar Jahren wären das die typischen Zuschreibungen für die Persönlichkeit der Frau gewesen, denn genau das hatte die Gesellschaft von ihnen erwartet. Dazu passt, dass diese Attribute häufig als Schwäche gewertet wurden, sie galten für Menschen, die sich nicht durchsetzten können, die ständigen Versager.
Doch diese Zuordnung ist ins Wanken geraten. Die Frauen haben sich emanzipiert. Familie bedeutet heute nicht mehr nur die Zuständigkeit der Frau, Karriere ist nicht unbedingt mehr Männersache. Die steigende Anzahl der Männergruppen in der Kirche zeigt, dass Männer und Frauen hier ihre Heimat finden können. Das ereignet sich gerade in einer Zeit, in der sich die attributiven Zuschreibungen zu drehen beginnen: Karriere und Durchsetzungsvermögen sind Beschreibungen der neuen Frau, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld werden immer mehr Beschreibungen für den neuen Mann.
Neue Klischees zeichnen sich ab, müssen aber überwunden werden. Denn im Evangelium geht es nicht um Rollenzuweisungen, sondern um jeden einzelnen Menschen.
Herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld sind mehr als bloße Zuschreibungen an Verhaltensweisen eines Geschlechtes. Sie bleiben Herausforderung und Ziel für ein menschliches Miteinander, für Kirchengemeinden, deren Vorstände am 26. März gewählt werden.
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