Zum Sonntag von Pastor Friedrich Kanjahn Kirchengemeinde Dollbergen-Schwüblingsen Geschenke sind längst nicht alles Mit dem Frühling kommt die Zeit der Konfirmationen. Die Gottesdienste werden intensiv vorbereitet, ebenso die Feiern in den Familien. Vor einigen Tagen habe ich meine Konfirmanden nach der Bedeutung der Konfirmation gefragt. Ein Junge sagte: „Ich kriege dafür auch viel.“ Kritiker sagen: „Die Kinder lassen sich doch nur des Geldes wegen konfirmieren.“ Jemand sagte mir: „Ich habe mich nicht konfirmieren lassen, weil die anderen nur noch davon gesprochen haben, was sie zur Konfirmation bekommen.“ Machen Geschenke die Konfirmation aus? Dieser Eindruck könnte heute tatsächlich entstehen. Meine eigene Konfirmation liegt 34 Jahre zurück. Es gab keinen Vorstellungsgottesdienst, sondern eine Prüfung in der Kirche. Die Geschenke zur Konfirmation hielten sich sehr im Rahmen, bedeutender war die Konfirmation als ein Schritt zum Erwachsenwerden. Und es gehörte damals dazu, sich konfirmieren zu lassen. Konfirmandenfreizeit? Fehlanzeige. Gemeinde-Praktikum? Gab es nicht. Moderne Lieder: Auch die gab es nicht. Dafür gab es eine Reihe von Liedern zum Auswendiglernen. Trotzdem möchte ich meine Konfirmandenzeit nicht missen. Die Zeiten ändern sich, die Kommerzialisierung hat längst auch die Konfirmation erfasst. Trotzdem sind Geschenke längst nicht alles, was Konfirmanden wichtig ist. Dazu gehört auch das Ja zur eigenen Taufe und die Aufnahme in die (Kirchen)Gemeinde. Gespräche mit Konfirmierten der vergangenen Jahre haben mir gezeigt, wie wichtig die Konfirmandenzeit für etliche Jugendliche nach wie vor ist. Manche erinnern sich gern über viele Jahre an den selbst ausgesuchten Konfirmationsspruch. Mein Spruch steht im Lukasevangelium (Kapitel 11, Vers 28): „Selig sind, die das Wort Gottes hören und bewahren.“ Eine fröhliche und denkwürdige Konfirmation wünscht Friedrich Kanjahn.