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Zum Sonntag von Peer-Detlev Schladebusch Pastor im Kirchenkreis Burgdorf Medizin gegen die Gier Er bekommt den Hals einfach nicht voll. Schon als Kind war er der schnellste beim Negerkuss-Wettessen im Supermarkt. Seine Eltern haben ihm eingetrichtert, dass ihm immer das Beste zusteht. In seiner Nähe hält es keiner lange aus. Mit solchen Typen kann man einfach nicht befreundet sein: Gier macht einsam und unbeliebt. Die Ureinwohner Südamerikas haben den Eroberern aus Spanien und Portugal die Kehlen mit flüssigem Gold gefüllt, weil die einfach nicht genug bekommen konnten. Für die Begriffe Seele und Kehle wird im alttestamentlichen Hebräisch bisweilen dasselbe Wort verwendet. Ist das ein Zufall? Suchttherapeuten wissen es ja schon lange: Wer als Kind nur Nahrung für den Leib, aber nicht für die Seele bekommen hat, wird manchmal nie mehr richtig satt in seinem Leben. Da wird die Kehle zum Schlund: Essen, Trinken, Fernsehen, Geld, Sex, Macht, einfach nie ist es genug. Der Hunger nach Leben kann nicht gestillt werden. Der Bibelspruch für die neue Woche will deshalb neugierig machen und Orientierung geben für ein sinnvolles und erfülltes Leben. Der Apostel Paulus weist die Menschen in der Hafenstadt Korinth auf Christus hin, der ein neues Leben ohne Sucht und Gier ermöglicht: „Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden“. Bei ihm findet die Seele Ruhe. Da können Menschen plötzlich teilen und erfahren: Nur was ich verschenke, besitze ich wirklich! Ich kann gelassener leben und brauche nicht mehr dem Glück hinterher zu jagen. In Christus kann mein Leben eine andere Dimension bekommen. Das höchste Ziel habe ich damit erreicht. Christus allein ist die Kraft, der die Kirche seit zweitausend Jahren hält. Da kommt keine menschliche Unternehmung mit. Ich darf dazugehören, ohne wenn und aber! |